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Nachrichtenagentur AP verklagt FBI

Ein Agent der US-Bundespolizei gab sich bei Ermittlungen als AP-Journalist aus. Das stiess dem Medienhaus sauer auf.

Agent als falscher Journalist: FBI-Hauptquartier in Washington. (Archivbild)
Agent als falscher Journalist: FBI-Hauptquartier in Washington. (Archivbild)
Andrew Harnik, Keystone

Weil ein FBI-Agent sich bei seinen Ermittlungen zu Bombendrohungen als Journalist ausgab, zieht die amerikanische Nachrichtenagentur AP gegen das US-Justizministerium vor Gericht. Das Medienhaus fürchtet um seinen Ruf.

Gemeinsam mit der Journalistenorganisation «Reporters Committee for Freedom of the Press» fordert AP durch die am Donnerstag eingereichte Klage die Herausgabe von FBI-Akten zum Vorfall von 2007. Damals hatte ein Ermittler sich bei einem Teenager als AP-Reporter ausgegeben und mit einem unechten Artikel versucht, den Jugendlichen zu überführen.

Agenturen fürchten um Ruf

Der Jugendliche war verdächtigt worden, einer High School mit Bombenanschlägen gedroht zu haben. Als der Jugendliche auf den ihm per Social Media zugeschickten Link des Artikels klickte, wurde ein Malware-Programm auf seinen Computer geladen. Mit diesem konnte das FBI den Teenager orten und letztlich festnehmen.

AP und weitere um ihren Ruf fürchtende Medienorganisationen zeigten sich empört, als der Fall vergangenes Jahr ans Licht kam. Der damals 15-Jährige hätte den falschen Artikel im Internet verbreiten und die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung schwer beschädigen können, hiess es.

Dem damaligen Justizminister Eric Holder wurden im Auswärtigen Ausschuss des Senats gar Ermittlungstaktiken mit «ethischen und rechtlichen Risiken» vorgeworfen.

FBI rechtfertigt Vorgehen

«Das FBI hat den vertrauten Namen der Associated Press veruntreut und eine Situation geschaffen, in der unsere Glaubwürdigkeit in grossem Rahmen hätte ungraben werden können», schrieb AP-Anwältin Karen Kaiser 2014 an Holder, wie die Agentur berichtet. Es entspreche nicht dem Grundsatz einer freien Presse, sich als AP oder als eine andere Medienorganisation auszugeben.

Das FBI verteidigte das Vorgehen als legitimes Mittel zur Abwehr von Terroranschlägen. Der Ermittler habe unter seiner falschen Identität mit niemandem ausser dem Verdächtigten Kontakt gehabt und niemand sonst habe den unechten Artikel gesehen, hatte FBI-Direktor James Comey seinerzeit an die «New York Times» geschrieben.

SDA/chk

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