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Trumps Firma plante Tower in Moskau

Im Herbst 2015 schloss die Trump Organization einen Vordeal mit Russen. Ein Ex-Gangster mit Mafia-Verbindungen spielte eine zentrale Rolle.

Die Russland-Affären lasten auf der US-Präsidentschaft: Donald Trump und Felix Sater (rechts). Foto: Getty Images
Die Russland-Affären lasten auf der US-Präsidentschaft: Donald Trump und Felix Sater (rechts). Foto: Getty Images

Er habe nichts mit Russland zu tun, beteuert Donald Trump. Der Präsident bestreitet jegliche Einflussnahme Russlands auf den Wahlkampf in den USA. Und er verneint kommerzielle Interessen der Trump Organization in Russland. Doch Trump flunkert. Denn sein Immobilienunternehmen hatte Grosses vor in Russland: Es plante einen Trump Tower in Moskau. Im Herbst 2015 gab es eine entsprechende Absichtserklärung zwischen der Trump-Firma und russischen Geschäftsleuten. Trump hatte also gewichtige wirtschaftliche Interessen in Russland, als er bereits im Wahlkampf stand, wie die «Washington Post» berichtet. Für die Zeitung ist das auch ein Hinweis auf bislang unbekannte heikle Verbindungen zwischen dem Trump-Team und Personen mit Russland-Verbindungen während der Präsidentschaftskampagne.

Der Mann, der den Mega-Deal in Moskau einfädeln sollte, heisst Felix Sater. Der russischstämmige Amerikaner, als Felix Mikhailovich Sheferovsky geboren, ist ein 51-jähriger Immobilienunternehmer mit besten Kontakten nach Russland. Gemäss den Insiderinformationen der «Washington Post» soll Sater Trump vorgeschlagen haben, nach Moskau zu reisen, um das Tower-Projekt voranzutreiben.

In einer E-Mail habe Sater sogar geschrieben, dass er Russlands Staatschef Wladimir Putin dazu bringen könne, «grosse Sachen» über Trump zu sagen. Bald werde man «eines der grössten Projekte in der Immobiliengeschichte» sowie die Wahl von Trump zum US-Präsidenten feiern können, heisst es in einer weiteren E-Mail von Sater. Ein Jahr danach wurde Trump tatsächlich zum neuen Präsidenten der USA gewählt. Das Moskauer Tower-Projekt war aber Ende Januar 2016 gestoppt worden – angeblich wegen Problemen mit dem Grundstück sowie fehlender Baugenehmigungen.

Vom verurteilten Betrüger zum FBI-Informanten

Felix Sater ist eine schillernde Figur. Der Immobilienunternehmer ist ein verurteilter Gewalttäter und Betrüger. 1991 musste er eine Haftstrafe verbüssen, nachdem er in einer Bar mit einem zerbrochenen Trinkglas einen anderen Mann attackierte hatte. 1998 wurde er des Börsenbetrugs schuldig gesprochen wegen seiner Rolle bei einem 40-Millionen-Dollar-Schwindel durch Mafia-Syndikate aus Russland und den USA. Sater entging einer langen Gefängnisstrafe, weil er sich dem FBI als Informant zur Verfügung stellte.

Von 2003 bis 2008 arbeitete Sater als Manager für die Bayrock Group, einem Immobilienunternehmen, das im Trump Tower in New York einquartiert ist und Geschäftsbeziehungen mit der Trump Organization unterhielt. In mindestens einem gemeinsamen Projekt, dem 450 Millionen Dollar teuren Trump-Soho-Komplex in New York, hielt der heutige US-Präsident persönlich Anteile. Später war Sater in diversen Funktionen für die Trump Organization tätig. US-Medien haben eine Visitenkarte von Sater veröffentlicht, auf der dieser als «Senior Advisor to Donald Trump» aufgeführt ist. Sater hatte schon 2005 den Auftrag erhalten, den Bau eines Trump Tower in Moskau aufzugleisen. Aus dieser Zeit stammt Trumps Aussage, «dass Russland einer der weltweit heissesten Plätze für Investitionen ist». Trump hatte schon 1987 versucht, in der damaligen Sowjetunion ein Hotelprojekt zu realisieren, ohne Erfolg.

TV-Dokumentation über Felix Sater. Video: Youtube/News Today History Tomorrow

Trump und Sater unterhielten während vielen Jahren enge Geschäftsbeziehungen, wie das US-Magazin «Forbes» vor zwei Jahren ausführlich berichtete. Damals erschienen in den USA weitere Berichte über Sater und Trump. Kürzlich berichtete die «Basler Zeitung» über «Trumps Gelder aus trüber Quelle» sowie der «Tages-Anzeiger» über «dunkle Geschäfte im Glasturm» von Trump. Den Medienberichten zufolge soll der US-Präsident in seiner Zeit als Unternehmer an Geldwäsche beteiligt gewesen sein.

Saters kriminelle Vergangenheit bewog Trump schon vor einigen Jahren, auf Distanz zu seinem Geschäftspartner zu gehen. In einer unter Eid gemachten Aussage in einem Gerichtsverfahren von 2013 tat Trump so, als würde er Sater kaum kennen. Er habe «nicht viele Male» mit ihm gesprochen, behauptete Trump. Und weiter: «Ich weiss gar nicht, wie er aussieht.»

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