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New Yorker Polizei prügelt auf Demonstranten ein

Noch immer demonstrieren in New York Tausende gegen die Macht der Banken. Die Wallstreet solle besteuert werden, fordern sie. Gestern Nacht kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen Demonstranten und der Polizei.

Prominente Unterstützung der Wallstreet-Kritiker: Wirtschaftsprofessor Kevin Gallagher hält vor den Anhängern der Occupy-Bewegung eine Vorlesung in Boston. (7. Oktober 2011)
Prominente Unterstützung der Wallstreet-Kritiker: Wirtschaftsprofessor Kevin Gallagher hält vor den Anhängern der Occupy-Bewegung eine Vorlesung in Boston. (7. Oktober 2011)
Keystone
Protest gegen ungleiche Verteilung: Fred Doores nimmt in Texas an «Occupy Austin» teil. (6. Oktober 2011)
Protest gegen ungleiche Verteilung: Fred Doores nimmt in Texas an «Occupy Austin» teil. (6. Oktober 2011)
Keystone
«Der Kapitalismus funktioniert nicht», steht auf diesem Plakat. Die Demonstranten haben angekündigt, die Wallstreet für Monate besetzen zu wollen. (28. September 2011)
«Der Kapitalismus funktioniert nicht», steht auf diesem Plakat. Die Demonstranten haben angekündigt, die Wallstreet für Monate besetzen zu wollen. (28. September 2011)
Reuters
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Bei der bislang grössten Kundgebung gegen die Macht der Banken in New York haben mehrere tausend Menschen teilgenommen. In Sprechchören forderten die Demonstranten höhere Steuern für Konzerne und einen Umbau des Sozialsystems zugunsten ärmerer Schichten.

Polizisten schätzten die Zahl der Demonstranten auf 5000 bis 7000. Der Massenmarsch vom Rathaus zum Zuccotti-Park in der Nähe des Bankenzentrums Wall Street gestern Abend verlief zwar laut und enthusiastisch, aber friedlich. 28 Menschen wurden festgenommen, nahezu alle waren aber rasch wieder auf freiem Fuss.

Zur Kundgebung aufgerufen hatte die Aktion «Occupy Wall Street» («Besetzt die Wall Street»), deren Mitglieder seit Mitte September im Zuccotti-Park campieren. Den einigen Dutzend Aktivisten der Aktion schlossen sich führende Gewerkschaften an.

Selbst Nachbarschafts- und Mietervereine und Vereinigungen von Krankenschwestern, Lehrern und anderen Berufen waren mit von der Partie. Ihnen allen ist die Macht der Banken zu gross und deren Beitrag zur Beilegung der Wirtschaftskrise zu gering.

«Jeder hier fühlt sich ausgeraubt»

Die Demonstranten verlangten in Sprechchören am Foley Square beim Rathaus höhere Steuern für Konzerne und für Reiche sowie einen Umbau des Sozialsystems zugunsten ärmerer Schichten, der Bildung und der Umwelt. «Wall Street hat Schuld», skandierten sie immer wieder in Sprechchören.

Redner forderten ein neues Steuersystem, dass vor allem die Finanzhäuser zur Kasse bittet. «Was wir heute haben, ist nicht fair, nicht fair, nicht fair», rief eine Rednerin. «Ich glaube, dass sich jeder hier ausgeraubt fühlt», sagte die 29-jährige Lindsey Personette. «Sie haben es schwer, über die Runden zu kommen.»

Die Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie «Besteuert Wall Street» oder «Die Reichen sollen ihren gerechten Anteil zahlen». Auch Plakate mit Aufschriften wie «Sozialismus ist für alle gut» oder «Wir kämpfen für Sozialismus» waren zu sehen.

Heterogene Gruppe

Obwohl die Tendenz der Bewegung links ist, haben sich Dutzende Gruppen mit den unterschiedlichsten Zielen angeschlossen: Einige kämpfen für die Umwelt oder gegen die Todesstrafe, andere für bessere Bildung oder gegen Stützungsprogramme für Grossunternehmen. Auch der US-Präsident Barack Obama war Ziel von Spott und Kritik. Von anderen Demonstranten bekam er aber auch Unterstützung.

Ihren Anfang nahm die Bewegung vor drei Wochen mit der Aktion «Occupy Wall Street». Am vergangenen Wochenende waren bei einem ähnlichen Protestmarsch auf der New Yorker Brooklyn Bridge mehr als 700 Menschen vorübergehend festgenommen worden. Die Brücke musste wegen der Kundgebung für mehrere Stunden gesperrt werden.

Inzwischen haben sich auch in Los Angeles, Boston, Chicago und anderen Städten kleine Ableger der Wall-Street-Kritiker formiert.

(SDA)

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