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NSA spionierte al-Jazeera aus

Die Spionageaktivitäten des US-Geheimdienstes machten auch vor Medien keinen Halt. Und eine weitere Enthüllung zeigt auch: Die NSA hat das französische Aussenministerium gezielt bespitzelt.

Die interne Kommunikation wurde von der NSA abgehört: Der Newsroom von al-Jazeera in Katar. (Archivbild)
Die interne Kommunikation wurde von der NSA abgehört: Der Newsroom von al-Jazeera in Katar. (Archivbild)
Reuters

Der US-Geheimdienst NSA hat nach Presseinformationen die interne und besonders geschützte Kommunikation des arabischen Nachrichtensenders al-Jazeera ausgespäht. Wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» vorab aus seiner jüngsten Ausgabe berichtete, gelang es der NSA, die zuvor als «Quellen mit hohem Potenzial für nachrichtendienstlich relevante Informationen» ausgewählten Ziele zu knacken und mitzulesen.

Der «Spiegel» stützt sich auf einen Erfolgsbericht des Network Analysis Center der NSA vom März 2006 aus den Unterlagen des Geheimdienstenthüllers Edward Snowden. Die entschlüsselten Inhalte und Informationen wurden dem Dokument zufolge zur weiteren Analyse an die zuständigen NSA-Abteilungen weitergeleitet. In welchem Umfang der Geheimdienst Journalisten und Manager des in Katar ansässigen Medienkonzerns belauschte und ob das Abschöpfen bis heute anhält, geht dem Bericht zufolge aus dem Material nicht hervor. Als Beispiel für die jüngsten «bemerkenswerten Erfolge» erwähnt das Papier ausserdem das Ausspionieren des Buchungssystems der russischen Fluglinie Aeroflot.

Auch französisches Aussenministerium ausspioniert

Der US-Geheimdienst NSA hat auch das französische Aussenministerium gezielt ausspioniert. Im Visier der Agenten soll ein als sicher geltendes Computernetz gestanden haben, über das alle Botschaften, Konsulate und die Zentrale in Paris verbunden seien.

Das berichtet ebenfalls der «Spiegel» unter Berufung auf ein als streng geheim eingestuftes internes NSA-Dokument vom Juni 2010. Das Vorgehen gegen das Ministerium sei als «Erfolgsstory» bezeichnet worden.

In einer Liste von September 2010 habe die NSA die französischen Vertretungen in Washington und bei den Vereinten Nationen als Ziele geführt. In beiden französischen Dependancen hätten NSA-Techniker Wanzen installiert, in New York auch Screenshots gesammelt.

Auch EU wurde abgehört

Eine nachrichtendienstliche Prioritätenliste der USA führt dem Bericht zufolge Frankreich als offizielles Aufklärungsziel der US-Geheimdienste. Die NSA interessierte neben der Aussenpolitik vor allem die französische Waffenindustrie sowie die wirtschaftliche Stabilität des Landes. Die NSA wollte sich auf Anfrage des Magazins nicht äussern.

Bereits Ende Juni hatte der «Spiegel» unter Berufung auf ein vom früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden übermitteltes Dokument vom September 2010 berichtet, die NSA habe auch die Vertretungen der Europäischen Union in Washington, New York und Brüssel mit Wanzen abgehört.

Seither kommen in der Spähaffäre immer wieder neue Fälle ans Licht. Vor wenigen Tagen hiess es, auch die UNO-Zentrale in New York sei ausgespäht worden.

AFP/chk/bru

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