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Obama planscht trotzig im Öl-Golf

US-Präsident Barack Obama ist demonstrativ vor der Küste Floridas im Golf von Mexiko baden gegangen. Er will damit der durch die Ölpest gebeutelten Tourismusindustrie unter die Arme zu greifen.

«Strände sind sauber»: Barack Obama und Tochter Sasha im Ferienort Panama City im US-Bundesstaat Florida.
«Strände sind sauber»: Barack Obama und Tochter Sasha im Ferienort Panama City im US-Bundesstaat Florida.
Keystone

Er wolle zeigen, dass die Strände entlang der Golfküste dank der Aufräumarbeiten sauber, sicher und für Besucher bereit seien, sagte Obama am Samstag. Dies sei einer der Gründe, warum er und seine Familie für das Wochenende in die Touristenhochburg Panama City gekommen seien.

Der Badespass wurde zwar abgeschirmt von neugierigen Blicken und Kameras. Das Weisse Haus veröffentlichte aber ein Foto, das den Präsidenten mit seiner jüngeren Tochter Sasha vergnügt planschend zeigt. Obama hatte zuvor betonte, er gehe als Privatmann im Golf von Mexiko baden. Die symbolische Kraft eines solchen Fotos dürfte ihm allerdings klar gewesen sein.

Arbeit noch nicht beendet

Dank des gewaltigen Reinigungseinsatzes sei ein Grossteil des ausgeströmten Öls beseitigt worden, sagte Obama. «Aber ich werde erst zufrieden sein, wenn die Umwelt wieder hergestellt ist, egal wie lange das dauert.» Seit einem Monat sei kein Öl mehr aus der leckgeschlagenen Quelle ins Meer geflossen.

«Aber ich bin hier, um Ihnen zu sagen, dass unsere Arbeit noch nicht beendet ist. Und wir werden nirgendwohin gehen, bis dies der Fall ist.» An dieses Versprechen werde sich seine Regierung halten.

Es ist Obamas fünfter Besuch in der Region seit Beginn der Ölkatastrophe. Der Präsident ist massiv unter Druck geraten, weil ihm schlechtes Krisenmanagement vorgeworfen wird. Insbesondere bemängeln Kritiker, die Regierung habe BP zu lange die Regie bei der Bekämpfung der Ölpest überlassen.

Obamas Zustimmungswerte sind auch deswegen abgerutscht und das Thema droht zur weiteren ernsthaften Belastungen für ihn und seine Demokraten bei den Kongresswahlen Anfang November zu werden.

Vor allem in den betroffenen Gemeinden trifft der Präsident auf viel Missmut unter den Menschen, von denen viele in der Tourismusbranche arbeiten. Doch ausgerechnet in den lukrativen Sommermonaten bleiben viele Gäste wegen der schlimmsten Ölkatastrophe in der US-Geschichte fern.

Entlastungsbohrung fast am Ziel

Die vor fast vier Monaten leckgeschlagene Ölquelle soll derweil in Kürze endgültig versiegelt werden. Eine Entlastungsbohrung hat das Bohrloch in etwa 4000 Metern unter dem Meeresgrund fast erreicht.

Der Einsatzleiter der US-Regierung, Thad Allen, kündigte an, BP vermutlich am Dienstag grünes Licht zu geben, um über den Kanal in die von oben bereits abgedichtete Quelle auch von unten Zement und Schlamm zu pumpen. Vorher sollten aber noch Tests abgewartet werden, um zu sehen, ob BP im Falle eines Druckaufbaus im Bohrloch gewappnet sei, damit umzugehen.

Das Bohrloch war Anfang Monat von oben mit Zement geschlossen worden. Zwei Wochen zuvor hatte BP die Quelle mit einem Deckel abgedichtet. Der britische Konzern bohrt den Nebenzugang seit Anfang Mai. Knapp zwei Wochen zuvor hatte das Öl-Drama begonnen.

Alabama verklagt BP

Am Samstag gab Alabama eine Schadenersatzklage gegen BP bekannt. Der Ölkonzern habe dem Bundesstaat und seinen Bürgern schweren Schaden zugefügt, begründete Generalstaatsanwalt Troy King den Schritt.

Die Klage richte sich neben BP auch gegen die Mitbetreiber der versunkenen Bohrinsel, die Firmen Anadarko und Transocean mit Sitz im Kanton Zug. «Wir klagen auf den Betrag, der nötig sein wird, um Alabama wieder aufzubauen.»

SDA/bru/jak

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