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Obama umarmt von Ebola geheilte Krankenschwester

US-Präsident Obama setzt ein Zeichen: Zum Dank für ihren Einsatz gegen Ebola empfing er Nina Pham im Weissen Haus – dabei scheute er keine Nähe.

Der US-Präsident bedankt sich für ihren Einsatz: Barack Obama und Nina Pham. (24. Oktober 2014)
Der US-Präsident bedankt sich für ihren Einsatz: Barack Obama und Nina Pham. (24. Oktober 2014)
AFP

Die erste in den USA mit Ebola angesteckte Frau ist wieder gesund. Die Krankenschwester Nina Pham trage das Virus nicht mehr in sich und sei am Freitag aus dem Krankenhaus in Bethesda bei Washington entlassen worden, teilte das nationale Gesundheitsinstitut NIH mit. Anschliessend wurde die junge Frau von Präsident Barack Obama im Weissen Haus mit einer Umarmung empfangen.

Der Sprecher des Weissen Hauses, Josh Earnest, sagte, das Treffen sei für Obama eine Möglichkeit, Pham für ihren Einsatz zu danken. Beobachter werteten die Umarmung aber auch als Versuch, die Sorgen der Öffentlichkeit nach dem ersten Ebola-Fall in der Millionenmetropole New York zu zerstreuen.

Nina Pham bedankt sich

Die 26-Jährige dankte allen Pflegern, Ärzten und Krankenschwestern, die sie behandelt hatten. Besonders hob sie den Ebola-Überlebenden Kent Brantly hervor, von dem sie Blutplasma übertragen bekommen hatte. «Obwohl ich kein Ebola mehr habe, weiss ich, dass es eine Weile dauern wird, bis meine Kräfte zurückkehren», sagte Pham. Sie darf jetzt in ihre Heimat Texas reisen. NIH-Direktor Anthony Fauci sagte, Pham sei fünfmal nacheinander negativ auf das Virus getestet worden.

Pham hatte in Dallas den Liberianer Thomas Eric Duncan behandelt, der dort Anfang Oktober an Ebola starb. Sie wurde zunächst wie Duncan im Texas Presbyterian Hospital in Dallas behandelt, später aber in die NIH-Klinik in Bethesda im US-Staat Maryland gebracht.

Ausser Pham hat sich auch die Krankenschwester Amber Vinson bei Duncan angesteckt. Sie wird im Krankenhaus der Emory-Universität in Atlanta behandelt und macht nach Angaben der Klinik gute Fortschritte. Auch in ihrem Blut seien keine Viren mehr festgestellt worden, Vinson müsse aber noch behandelt werden, hiess es.

Quarantäne-Regeln verschärft

Nach dem ersten Ebola-Fall in der US-Metropole New York haben die US-Bundesstaaten New York und New Jersey ihre Sicherheitsbestimmungen verschärft. Medizinisches Personal, das aus Ebola-Gebieten zurückkehrt, soll automatisch 21 Tage in Quarantäne.

Betroffen sind Reisende, die über den New Yorker Flughafen John F. Kennedy oder Newark in New Jersey in die USA zurückkehrt, wie die Gouverneure von New York und New Jersey, Andrew Cuomo und Chris Christie, in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag mitteilten.

Auch alle Personen, die Kontakt zu einem Ebola-Infizierten hatten, sollen für diesen Zeitraum isoliert werden. Die Inkubationszeit für Ebola beträgt bis zu 21 Tage. Auch die US-Regierung erwägt einem Insider zufolge einen solchen Schritt.

«Freiwillige Quarantäne ist ein Widerspruch in sich», sagte Cuomo. «Und wir haben gesehen, was passiert. Man fährt mit der U-Bahn. Man fährt mit dem Bus. Hunderte über Hunderte könnten angesteckt werden.»

Zuvor hatte er noch ebenso wie der New Yorker Stadtpräsident versucht, die Ängste der Bürger zu zerstreuen. Es gebe keinen Grund zur Sorge.

Unter dem Eindruck des ersten Falls

Am Donnerstag war ein 33-jähriger Mediziner, der für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Guinea Ebola-Kranke behandelt hatte, positiv auf die lebensgefährliche Krankheit getestet worden. Er wurde in eine Isolierstation des Bellevue Hospital gebracht.

Zuvor war bekanntgeworden, dass der infizierte Arzt seit seiner Rückkehr aus Westafrika am 17. Oktober in der U-Bahn unterwegs gewesen war, Taxi gefahren ist und eine Bowlingbahn besucht hatte.

Mädchen in Mali gestorben

Das mit Ebola infizierte Kleinkind in Mali ist tot. Es sei am Freitag in der westmalischen Stadt Kayes gestorben, sagte eine Krankenschwester an der Klinik der Nachrichtenagentur AP. Das Personal des Krankenhauses habe die Leiche der Zweijährigen anschliessend weggebracht. Das Mädchen war der erste Ebola-Fall in Mali.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO befürchtet nun eine weitere Ausbreitung des Virus in dem westafrikanischen Land. Das infizierte Mädchen sei mit seiner Grossmutter in Bussen von Guinea nach Mali gereist und habe dabei aus der Nase geblutet, teilte die WHO am Freitag mit. Dadurch könnte das Kind viele Menschen angesteckt haben.

Nach Angaben der WHO kamen das Mädchen und die Grossmutter durch mehrere Städte in Mali und verbrachten auch zwei Stunden in der Hauptstadt Bamako, bevor sie nach Kayes weiterreisten.

AP/sda/chk

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