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Obamas Rede lässt Konservative erschaudern

Obama ist daran, den ideologischen Kurs der USA zu ändern: Seine Rede war «eine Hymne auf ‹big government›». Als erster Präsident benutzte er bei der Vereidigung das Wort «schwul». Konservative sind schockiert.

Mit einer Mischung aus Respekt und Schrecken haben Konservative in den USA die Antrittsrede von Präsident Barack Obama zur Kenntnis genommen. Der renommierte konservative Kolumnist Charles Krauthammer nannte die Rede «historisch bedeutsam».

Obama habe die 1981 begonnene Ära seines republikanischen Vorgängers Ronald Reagan faktisch für beendet erklärt, sagte Krauthammer auf dem TV-Sender Fox News. Obama sei daran, den ideologischen Kurs des Landes zu ändern: «Seine Rede war eine Ode an einen einflussreichen Staat, eine Hymne auf ‹big government›.»

Obama wolle nicht nur die Erfolge der amerikanischen Linken im 20. Jahrhundert beim Ausbau des Sozialstaats verteidigen, sondern er habe vor, mit dem Kampf gegen den Klimawandel ein neues Feld zu besetzen, sagte Krauthammer: «Das wird die Ausweitung des linksliberalen Gedankenguts im 21. Jahrhunderts.»

«Durch und durch links»

Gemäss Brit Hume, einem weiteren Kommentator des konservativen Senders Fox News, zeigte Obama in der Antrittsrede sein wahres Gesicht. Die Idee, dass der Präsident in Wirklichkeit ein moderater Politiker sei, müsse «für alle Zeiten» abgelegt werden, sagte Hume.

Er denke zwar nicht, dass Obama ein Radikaler sei, aber doch «durch und durch links» («he's an out and out liberal»). Der Präsident hatte in seiner Rede insbesondere den Gemeinsinn betont. Der Klimawandel müsse bekämpft, die soziale Gerechtigkeit gefördert und die Integration von Einwanderern verbessert werden, sagte Obama.

Als erster Präsident überhaupt benutzte er bei seiner Vereidigungszeremonie das Wort «schwul» («gay») und forderte, dass Schwule und Lesben «genauso behandelt werden wie jeder andere vor dem Gesetz». Ausserdem dürfe Amerika nicht ruhen, bevor Männer und Frauen gleiches Geld für gleiche Arbeit erhielten.

«Er hat sein Team gewählt»

Der «New York Times»-Autor David Brooks, der zur aussterbenden Spezies der moderaten Rechten gezählt wird, nannte Obamas Rede «eine der besten des letzten halben Jahrhunderts». Der Präsident sei zwar pragmatisch aufgetreten, aber keineswegs unparteiisch.

«Er hat sein Team gewählt. Sein Team ist seine Partei, sein Glaubenssystem», sagte Brooks im TV-Sender PBS über Obama. Die Rede sei ein klarerer Positionsbezug für progressive Anliegen als das Land in etlicher Zeit gehört habe. Auch wenn er nicht einverstanden sei: «Es ist gut, diese Debatte zu haben», erklärte Brooks.

SDA/bru

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