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Öl erreicht Florida

Sechs Wochen nach Beginn der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko bedroht das ausgelaufene Öl nun auch die Küsten Floridas. Weitere Versuche, das Leck zu schliessen, schlagen fehl.

Noch sauber: Strand in Florida.
Noch sauber: Strand in Florida.
Keystone

Am Mittwoch wurde erstmals ein Ölfilm rund 10 Kilometer vor dem beliebten Badeort Pensacola entdeckt. Das Öl könnte in Kürze die Küste erreichen, berichtete der TV-Sender CNN. Einsatzkräfte seien dabei, Ölsperren im Meer zu deponieren. Die Strände im Nordosten Floridas sind als Urlaubsziel beliebt und haben eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für den Staat.

Im Bundesstaat Louisiana hat das Öl bereits etwa 200 Kilometer Küste verschmutzt. Auch in den Bundesstaaten Mississippi und Alabama wurde bereits Öl an der Küste angespült.

Neue technische Probleme

Gleichzeitig stiess der jüngste Versuch zur Eindämmung des Ölflusses am Mittwoch auf technische Probleme. Eine über ferngesteuerte Roboter betriebene Säge, die unter Wasser die leckende Steigleitung absägen sollte, sei in dem Rohr stecken geblieben, sagte US-Admiral Thad Allen.

Mit dem neusten Versuch sollte ein Auffangtrichter über die Öffnung platziert werden, um so das Öl auf ein Schiff abzuleiten. Allerdings ist die Operation mit erheblichen Risiken verbunden: Zeitweise könnten aus dem abgesägten Steigrohr bis zu 20 Prozent mehr Öl als zuvor austreten, warnen Experten.

BP geht davon aus, dass auch mit dieser Methode nicht alles ausströmende Öl aufgefangen werden kann. Zuvor waren zwei ähnliche Versuche, das Öl abzuleiten, gescheitert. Seit dem Unfall der Bohrinsel «Deepwater Horizon» am 20. April strömen tägliche grosse Mengen Rohöl ins Meer. Zum Stillstand gebracht werden kann dieser Ölfluss erst im August durch eine Parallelbohrung.

Juristisches Nachspiel

Wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko leitet die US- Regierung zivil- und strafrechtliche Ermittlungen gegen den Energiekonzern BP ein. Die Staatsanwälte hätten eine ausreichende Basis, um zu ermitteln, sagte US-Justizminister Eric Holder. Die USA wollten dabei äusserst akribisch vorgehen.

Auch Bundesbehörden wie das FBI seien eingeschaltet. «Falls wir Hinweise illegalen Verhaltens finden, werden wir energisch reagieren», sagte Holder.

US-Präsident Obama hatte bereits gedroht, die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen. «Wenn unsere Gesetze gebrochen wurden, und dies zu Tod und Zerstörung führt, dann verspreche ich, dass wir die Verantwortlichen vor Gericht bringen», sagte er am Dienstag.

SDA/mt

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