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Operation «Top Caps» gefährdet – Obama wütend

Ingenieure von BP versuchen in einem neuen Anlauf, die Ölpest vor der US-Küste einzudämmen. Der US-Präsident verliert derweil die Geduld mit dem britischen Konzern.

Unzufrieden: Barack Obama nach einer Unterredung mit BP im Weissen Haus.
Unzufrieden: Barack Obama nach einer Unterredung mit BP im Weissen Haus.
Keystone

Wie der TV-Sender CNN berichtete, waren Experten in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) dabei, einen Behälter über dem Leck in 1500 Meter Tiefe zu platzieren, um das Öl danach kontrolliert abzuleiten.

Ob die Operation «Top Cap» zum Erfolg führe, sei aber noch unklar, hiess es. Bisher waren diverse Anläufe gescheitert, die schwerste Ölkatastrophe in der US-Geschichte in den Griff zu bekommen.

US-Präsident Barack Obama meinte, er sei wütend über die Ölkatastrophe. «Ich bin über diese ganze Situation wütend», sagte in der CNN-Talkshow «Larry King live». «Hier hat jemand die Konsequenzen seines Handels nicht zu Ende gedacht.» Obama reist an diesem Freitag erneut in das Krisengebiet, um sich über die Lage zu unterrichten.

Hoffnung auf Teilerfolg

BP-Chef Tony Hayward gab sich vorsichtig optimistisch, dass die Operation «Top Cap» wenigstens zu einem Teilerfolg führt. Dies werde man aber aber erst in zwei bis drei Tage beurteilen können. Bei der Operation hatten Experten zuvor das defekte Steigrohr in 1500 Metern Tiefe abgesägt.

Da das Absägen allerdings wegen technischer Probleme nicht sauber ausgeführt wurde, sei es nun schwieriger als geplant, die «Top Cap» genannte Kappe lückenlos auf das Rohr zu stülpen, räumte Hayward ein. Dadurch könne weiterhin Öl ins Meer sprudeln. Eine solche Operation sei noch niemals zuvor in einer solchen grossen Tiefe durchgeführt worden.

Der Kampf gegen die Ölpest wird nach Einschätzung von BP noch lange dauern. «Wir müssen zugeben, dass dies erst der Anfang ist», sagte Hayward. «BP wird für eine sehr lange Zeit hierbleiben.»

Warten auf August

Zum Stillstand gebracht werden kann der Ölfluss laut BP erst im August, wenn zwei Parallelbohrungen zum Grund der Quelle vier Kilometer unter dem Meeresboden abgeschlossen sind.

Über sechs Wochen nach dem Untergang der Bohrinsel «Deepwater Horizon» breitet sich die Ölpest immer weiter aus. Der Ölteppich treibt jetzt bereits sechs Kilometer vor den Stränden an der Golfküste Floridas.

SDA/jak

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