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Osama sagte, was die Mehrheit denkt

Das Erbe des Al-Qaida-Führers in der arabischen Welt lässt sich nur durch gesellschaftlichen Aufbruch ausräumen.

Junge Leute in einem Café in Kairo: Der arabische Frühling hat ihnen eine Stimme gegeben.
Junge Leute in einem Café in Kairo: Der arabische Frühling hat ihnen eine Stimme gegeben.
Reuters

Offiziell war es eine Seebestattung, aber es glich der Verklappung politischen Sondermülls: US-Soldaten warfen die Leiche des Al-Qaida-Führers ins Meer. Das ist hässlich, aber nachvollziehbar; das Grab des Terrorfürsten hätte zur Pilgerstätte seiner Anhänger werden können. Nur: Hinterlässt Osama Bin Laden der arabisch-islamischen Welt denn etwas, woran sie festhalten möchte? Die meisten Muslime lehnen den Al-Qaida-Feldzug von Selbstmordattentätern ab, verabscheuen Anschläge auf Zivilisten. Am permanenten Krieg der Gläubigen gegen den Rest der Welt ist kaum einer interessiert – in Ägypten nicht und nicht in Saudiarabien oder Afghanistan. Dem Terroremir folgten als Offiziere Frustrierte wie die saudischen Todespiloten des 11. September 2001, die in Hamburg nicht zurechtgekommen waren. Als Fussvolk dienten ihm zornige junge Männer, die in den übervölkerten Städten der muslimischen Welt ohne Zukunftschance lebten.

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