FBI-Maulwurf hatte lange vor 9/11 Kontakt zu Bin Laden

Keine Kommission wusste davon: Bereits acht Jahre vor den Anschlägen auf das WTC in New York konnte sich ein FBI-Agent bei al-Qaida einschleusen. Immerhin ein Anschlag konnte so verhindert werden.

Ein FBI-Agent wusste, dass er Anschläge finanzieren wollte: Osama Bin Laden. (Archivbild)

Ein FBI-Agent wusste, dass er Anschläge finanzieren wollte: Osama Bin Laden. (Archivbild) Bild: Keystone

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Nach den Terrorattacken vom 11. September geriet das FBI heftig unter Beschuss. Nun zeigt sich: Ein Agent soll sogar direkten Kontakt zum Terrorchef Bin Laden gehabt haben – und zwar mehrere Jahre vor 9/11.

Die US-Bundespolizei FBI hatte laut einem NBC-Bericht bereits acht Jahre vor den Anschlägen vom 11. September 2001 Kontakt zu Terrorchef Osama Bin Laden. Ein FBI-Maulwurf innerhalb des Terrornetzwerks al-Qaida habe Bin Laden getroffen und auch gewusst, dass dieser Anschläge finanzieren wollte, heisst es in dem NBC-Bericht vom Mittwoch.

Anschlag verhindert

Der FBI-Mann sei in Los Angeles ein Fahrer und Vertrauter des radikalen ägyptischen Predigers Omar Abdel Rahman gewesen. Der blinde Scheich verbüsst wegen Beteiligung am ersten Anschlag auf das World Trade Center in New York 1993 eine lebenslange Haftstrafe in den USA. Rahman soll dem Informanten gesagt haben: «Wenn Du Geld brauchst, geh direkt zu Osama und sag ihm, dass ich Dich geschickt habe.»

Hinweise des Maulwurfs hätten Mitte der 1990er Jahre etwa geholfen, einen von Bin Laden unterstützten Anschlag auf eine Freimaurerloge in Los Angeles zu verhindern. Bin Laden habe ihm bei einem Treffen gesagt, dass er die Loge «für eine Explosion ausgewählt» habe.

Enge Beziehungen zu al-Qaida-Führung

Der Informant hatte enge Beziehungen zur Führungsebene von al-Qaida, wie aus einer Zeugenaussage von Ed Curran hervorgeht. Curran war zu jener Zeit stellvertretender Sonderbevollmächtigter für das FBI-Büro in Los Angeles. «Es war meines Wissens die einzige Quelle in dem Büro, die direkt mit al-Qaida involviert war», sagte Curran 2010 in einem Verfahren gegen einen ehemaligen FBI-Agenten. Da Curran laut «Washington Times» in einem fast leeren Gerichtssaal aussagte, blieb die Sache der Öffentlichkeit jahrelang verborgen.

Recherchen des TV-Senders NBC zufolge erfuhren weder der US-Kongress noch die sogenannte 9/11-Kommission von dem Maulwurf – obwohl beide untersuchten, wie es zu den verheerenden Anschlägen mit knapp 3000 Todesopfern kommen konnte.

Vorwürfe gegen das FBI

Die Kommission erhob in ihrem Bericht später schwere Vorwürfe gegen das FBI und den Geheimdienst CIA. In der Amtszeit des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush und der seines Vorgängers Bill Clinton habe es zehn versäumte Gelegenheiten gegeben, die Pläne für die Anschläge rechtzeitig aufzudecken.

Seit 2001 jagen die USA die Hintermänner von 9/11 und weitere Terroristen. Bin Laden war am 2. Mai 2011 von einer US-Spezialeinheit erschossen worden. Der mutmassliche 9/11-Drahtzieher Chalid Scheich Mohammed und vier weitere Top-Terroristen warten im Gefangenenlager Guantánamo Bay auf ihren Prozess. (chk/sda)

Erstellt: 27.02.2014, 05:14 Uhr

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