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Panzerwagen fährt in Menschenmenge

Ein Demonstrant wird in Brand gesetzt, ein anderer überrollt und ein Jugendlicher getötet: Das ist die Bilanz der jüngsten Proteste gegen Venezuelas Präsidenten Maduro.

Blutige Proteste in Venezuela: Bei den Zusammenstössen geriet mindestens ein Demonstrant in Brand. (Video: Tamedia/AFP)

Bei dramatischen Zusammenstössen zwischen Polizei und Demonstranten in der venezolanischen Hauptstadt Caracas wurde am Mittwoch erneut ein junger Mann getötet. Es soll ich um einen 17-Jährigen handeln. «Ein Jugendlicher, der noch das ganze Leben vor sich hatte», sagte der Bürgermeister des Stadtteils, Gerardo Blyde.

Junge Gegner der Regierung werfen seit Tagen mit Fäkalien, Exkrementen und Urin gefüllte Beutel und Flaschen auf Soldaten und Polizisten der Nationalgarde. (10. Mai 2017)
Junge Gegner der Regierung werfen seit Tagen mit Fäkalien, Exkrementen und Urin gefüllte Beutel und Flaschen auf Soldaten und Polizisten der Nationalgarde. (10. Mai 2017)
Cristian Hernadez, Keystone
Ein Panzerfahrzeug hat einen Demonstranten überrollt. Der Mann befindet sich ausser Lebensgefahr. (3. Mai 2017)
Ein Panzerfahrzeug hat einen Demonstranten überrollt. Der Mann befindet sich ausser Lebensgefahr. (3. Mai 2017)
Federico Parra, AFP
Seit April sind bei den Protesten 30 Menschen ums Leben gekommen.
Seit April sind bei den Protesten 30 Menschen ums Leben gekommen.
Federico Parra, AFP
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Im Stadtteil Chacao fuhr zudem ein Panzerwagen in eine Menschenmenge. Wie der Bürgermeister von Chacao, Ramón Muchacho, mitteilte, wurde mindestens ein junger Mann überfahren und schwer verletzt. Er sei aber ausser Lebensgefahr.

Demonstrant in Brand gesetzt

In Caracas hatten sich erneut tausende Gegner von Staatschef Nicolás Maduro zu einem «Mega»-Protest versammelt, um gegen die von ihm angestrebte neue Verfassung zu demonstrieren. Als die Demonstranten in die Innenstadt ziehen wollten, wo Maduro gerade eine Rede vor tausenden Anhängern hielt, wurden sie von der Polizei gestoppt. Sie setzte Tränengas, Wasserwerfer und Gummigeschosse ein.

Demonstranten warfen Brandsätze und Steine und zündeten Barrikaden an. Bei den Zusammenstössen geriet mindestens ein Demonstrant in Brand. Insgesamt wurden offiziellen Angaben zufolge allein im Spital von Chacao 161 verletzte Demonstranten behandelt.

Parlaments-Vize verletzt

Auch der Vizepräsident des venezolanischen Parlaments wurde bei den Protesten von einer Tränengasbombe getroffen und leicht verletzt. Nach Angaben eines Abgeordneten kam Freddy Guevara mit einer Beinverletzung in eine Klinik. Kurz danach meldete sich Guevara per Twitter mit einer Botschaft an den sozialistischen Präsidenten Maduro: «Eine von seiner Diktatur verursachte Verletzung ist eine Ehrenmedaille.»

Nach einem Bericht des Portals «El Nacional» hatte der 31-Jährige bewusst darum gebeten, an der Spitze des Demonstrationszuges zu marschieren. Guevara ist einer der Hoffnungsträger der Opposition.

Bisherige Bilanz: Über 30 Tote seit April

Die Demonstranten werfen dem sozialistischen Präsident Maduro die Errichtung einer Diktatur vor und fordern Neuwahlen. Seit Anfang April starben über 30 Menschen, mehr als 1300 wurden festgenommen.

War von einem Elektrozaun gesichert – eine Bäckerei, die Demonstranten zu plündern versuchten. In der Nacht starben in Venezuela zwölf Menschen. (21. April 2017)
War von einem Elektrozaun gesichert – eine Bäckerei, die Demonstranten zu plündern versuchten. In der Nacht starben in Venezuela zwölf Menschen. (21. April 2017)
Ronaldo Schemidt, AFP
Bei den jüngsten Ausschreitungen seien auch mindestens sechs Menschen verletzt worden: Ein Polizist feuert Tränengas auf die Demonstranten. (20. April 2017)
Bei den jüngsten Ausschreitungen seien auch mindestens sechs Menschen verletzt worden: Ein Polizist feuert Tränengas auf die Demonstranten. (20. April 2017)
Miguel Gutiererrez, Keystone
Ein verletzter Mann wird auf einem Motorrad in Sicherheit gebracht.
Ein verletzter Mann wird auf einem Motorrad in Sicherheit gebracht.
Juan Barreto, AFP
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Venezuela ist trotz der grössten Ölreserven der Welt unter Maduro in die schlimmste Versorgungskrise seiner Geschichte geraten, der Präsident führt das auf den zeitweise stark gefallenen Ölpreis zurück. Schlangen vor oft leeren Supermärkten und Menschen, die im Müll nach Essbarem suchen, sind Alltag. Zudem hat die Gewalt zugenommen: 2016 wurden fast 28'500 Menschen in Venezuela ermordet.

SDA/roy

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