Papst bringt Republikaner-Chef zum Heulen

John Boehner gibt sich politisch hart. Im Angesicht des Papstes wurde der stramme Rechtspolitiker aber butterweich.

John Boehner ist chancenlos gegen die Tränen: Auftritt des Papstes im Kongress (siehe ab 0:50 Minuten) und auf dem Balkon des Capitols (ab 1:35 Minuten). (Video: CNN/Youtube)


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Der Aufruf des Papstes für die Integration von Flüchtlingen und für den Kampf gegen den Klimawandel hätte bei John Boehner, dem Anführer der Republikaner im US-Repräsentantenhaus, ein Stirnrunzeln auslösen oder ihm gar die Zornesröte ins Gesicht treiben können. Denn hier vertritt der Mann aus Ohio ganz andere Positionen. Die Rede des Papstes deckte sich insgesamt aber eher mit der politischen Agenda der Demokraten als mit jener der Republikaner.

Der Hardliner Boehner kämpfte mit den Tränen. Es war ein Kampf, den er klar verlor. Gleich zweimal kullerten ihm Tränen über die Wangen, als er den Worten von Papst Franziskus lauschte. Erst während der Rede des Papstes im Kongress, dann als er mit dem Papst auf einen Balkon trat, als der oberste Hirte der Katholischen Kirche ein paar Worte an die wartende Menschenmenge richtete. Boehner stand dort gleich neben dem Pontifex, im Kongress sass er hinter dem Papst, Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner konnten live am Fernsehen den Gefühlsausbruch des Republikaners mitverfolgen.

«Heuler des Repräsentantenhauses»

Es war jedoch bei Weitem nicht das erste Mal, dass John Boehners emotionale Seite zum Vorschein kam. Vor rund vier Jahren übermannten ihn die Gefühle während der Sendung «60 Minutes» des Senders CBS. Auch bei eigenen Reden im Kongress heulte er schon drauflos. In damaligen Reaktionen wurde er «Heuler des Repräsentantenhauses» genannt. Einige attestierten ihm gar ein emotionales Problem.

Immer wieder Gefühlsausbrüche: CBS-Bericht zu Boehner. (Video: CBS/Youtube) (rub)

Erstellt: 25.09.2015, 10:09 Uhr

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