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Paul Ryan unterstützt Trump jetzt doch

Der öffentliche Zwist zwischen dem mächtigsten Republikaner und dem voraussichtlichen Präsidentschaftskandidaten scheint nun beendet.

Will die Einheit seiner Partei wahren: «Speaker» Paul Ryan im Kongress. (Archivbild)
Will die Einheit seiner Partei wahren: «Speaker» Paul Ryan im Kongress. (Archivbild)
J. Scott Applewhite, Keystone

Nach anfänglichem Widerstand schlägt sich der republikanische Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Paul Ryan, doch auf die Seite von Präsidentschaftsbewerber Donald Trump. Damit habe er das Ziel vor Augen, die Partei zu einen, um im Herbst die Wahl gewinnen zu können, sagte Ryan der Nachrichtenagentur AP.

Für Trump ist die Fürsprache strategisch bedeutsam: Ryan ist der ranghöchste US-Republikaner und galt bis zuletzt als einer seiner schärfsten parteiinternen Kritiker. Entsprechend euphorisch zeigte sich Trump in einer Reaktion auf den Schwenk Ryans. «Wir werden beide hart daran arbeiten, Amerika wieder grossartig zu machen», twitterte der Immobilienmogul.

Im Mai hatte Ryan für Furore gesorgt, als er Trump öffentlich die Gefolgschaft verweigerte, als dieser als einziger Kandidat im Feld der republikanischen Bewerber ums Weisse Haus verblieb. Seitdem kam das Duo jedoch zu einer Reihe von privaten Treffen in Washington zusammen, ihre jeweiligen Mitarbeiter blieben in Kontakt.

Kein Deal mit dem Milliardär

Den Zwist beendete Ryan schliesslich am Donnerstag mit einer Kolumne für die in seiner Heimatstadt in Wisconsin veröffentlichte Zeitung «Janesville Gazette», in der er sich für Trump aussprach. Dies sei nicht das Ergebnis irgendeines Deals mit dem Milliardär, stellte Ryan im Gespräch mit AP klar. Vielmehr fusse seine Entscheidung auf einer Verständigung auf Prinzipien.

Zugleich machte Ryan deutlich, dass er vor allem eine Verhinderung der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton im Sinn habe. «Für mich geht es darum, das Land zu retten und eine dritte progressive, liberale Amtszeit in Folge zu vermeiden, die eine Präsidentschaft Clintons bewirken würde.»

Ryan räumte ein, dass er weiter Bedenken wegen Trumps streitlustiger Art hege. Dass er bei Ton und Stil zwischen ihnen Unterschiede gebe, sei jedem klar. Dennoch sei er nach einigen Gesprächen mit Trump zuversichtlich, dass die Republikaner im Repräsentantenhaus mit ihm als Präsident an ihrer Agenda arbeiten könnten.

Auf einer Wellenlänge

Wichtig sei ihm vor allem Trumps Umgang mit der Exekutivgewalt, der Berufungen von Richtern sowie seine Haltung zur Abtreibung gewesen, sagte Ryan. «Diese Gespräche haben eine Weile gedauert.» Doch sei er sich nun viel sicherer, dass Trump auf einer Wellenlänge mit den Republikanern sei.

Allerdings gibt es weitere grosse politische Differenzen zwischen dem Top-Republikaner und dem Kandidaten. Ryan tritt für grosse Änderungen an der Krankenversicherung Medicare und der Sozialversicherung ein. Doch Trump hat wiederholt versprochen, die populären Programme nicht anzutasten und ist damit eher auf einer Linie, die viele Demokraten vertreten.

Allerdings gibt es noch einige ranghohe Republikaner, die Trump die Gefolgschaft verweigern. Zu ihnen zählt der Präsidentschaftskandidat von 2012, Mitt Romney, der damals Ryan als seinen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten auserkor. Erst am Mittwoch deutete Romney an, dass er womöglich einen Drittkandidaten unterstützen könnte.

AP/mch/chk

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