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Pentagon vor Shutdown auf Einkaufstour

Feldbetten, Helium und finnische Handgranaten: Rüstungskonzerne durften sich kurz vor dem Shutdown über stolze Checks aus dem US-Verteidigungsministerium freuen.

Trotz Shutdown lässt sich das Pentagon den «schwimmenden Golfball» 230 Millionen kosten: Abhörstation SBX-1. (Archiv)
Trotz Shutdown lässt sich das Pentagon den «schwimmenden Golfball» 230 Millionen kosten: Abhörstation SBX-1. (Archiv)
Keystone

Kurz bevor der US-Staat lahmgelegt und 400'000 zivile Pentagon-Mitarbeiter zwangsweise beurlaubt wurden, ging das US-Verteidigungsministerium auf eine mitternächtliche Einkaufstour, als wäre nichts geschehen.

Immer zum Ende des Fiskaljahres – also in der Nacht auf den 1. Oktober – gibt das US-Verteidigungsministerium noch einmal richtig Geld aus. Dann nämlich müssen sämtliche laufenden Verträge erfüllt werden. Dieses Jahr, so berichtet das US-Magazin «Foreign Policy», flossen in der Nacht auf Dienstag fünf Milliarden Dollar aus dem Pentagon zu 94 Lieferanten.

Den grössten Posten macht demnach eine Zahlung von 2,5 Milliarden Dollar an den Flugzeughersteller Pratt & Whitney aus. Dieser liefert laut dem Bericht «verschiedene Ersatzteile für Waffensysteme» der Army, der Marine, der Luftwaffe und der US-Marines.

Feldbetten für 19 Millionen

Weitere interessante Posten: 65 Millionen Dollar gingen für Helme an den britischen Rüstungskonzern BAE Systems; 24 Millionen für sogenannte Wanderfeldröhren, die unter anderem zur Verstärkung von Radarsignalen dienen; 17 Millionen für flüssigen Stickstoff sowie 15 Millionen für Helium; eine ungenannte Anzahl Feldbetten liess sich das Pentagon zudem 19 Millionen Dollar kosten.

Die Marine kaufte sich von Lockheed Martin für 139 Millionen ein Sonarsystem für die jüngste Generation von Zerstörern. Mit dem Sonar können die Schiffe U-Boote und Unterwasserminen ausfindig machen. Handgranaten des finnischen Herstellers Vihtavuori lässt sich die Navy 40 Millionen Dollar kosten.

Die Bodenstreitkräfte zahlten insgesamt neun Firmen 600 Millionen Dollar für die Entwicklung von Projekten in Sachen alternativer Energie für das Army Corps of Engineers. Weitere 200 Millionen investiert das Heer in die Herstellung von Körperpanzerungen der Marke Interceptor, die in andere Länder exportiert werden.

Viertelmilliarde für den «Golfball»

Stolze 230 Millionen erhält der Rüstungskonzern Raytheon für Leistungen im Zusammenhang mit der gigantischen schwimmenden Abhörstation SBX-1. Mit der Station, die auch als «schwimmender Golfball» bekannt ist, dient der Beobachtung von Raketenstarts im asiatischen Raum.

Shutdown hin oder her: Das Pentagon könne weiterhin Geld ausgeben wie sonst kaum jemand, schlussfolgert «Foreign Policy». Und das trotz des temporären Verlustes der Hälfte seiner zivilen Mitarbeiter.

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