Personenkult um Fidel Castro wird verboten

Die neuntägige Staatstrauer um den kubanischen Revolutionsführer neigt sich dem Ende zu. Präsident Raúl Castro überraschte in seiner Rede mit einer Ansage.

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Auf Kuba wird es keine Strassen, Institutionen oder andere Gedenkstätten im Namen des verstorbenen Revolutionsführers Fidel Castro geben. Das sagte sein Bruder Raúl am Samstagabend während der Abschlusszeremonie der neuntägigen Staatstrauer in Santiago. Damit werde dem Wunsch des Revolutionsführers entsprochen, der keinen Kult um seine Person haben wollte, erklärte er. Die Nationalversammlung werde bei ihrer kommenden Sitzung ein entsprechendes Gesetz verabschieden.

Castro sprach am Ende einer zweiten Grossversammlung zu Ehren des «Maximo Líder». Die über das gesamte Land verhängte tagelange Trauerzeit nähert sich damit dem Ende – am Sonntag findet die Beisetzung in Santiago statt.

Züge religiöser Verehrung

Während der Gedenkveranstaltung riefen Hunderttausende trauernde Kubaner «Fidel» und «Ich bin Fidel». Sie applaudierten zu Reden von Vertretern staatlich organisierter Gruppen. In der Bevölkerung hat die Trauer um Castro in den vergangenen Tagen zum Teil Züge religiöser Verehrung angenommen.

Unter den Gästen der Kundgebung waren auch der bolivianische Präsident Evo Morales, Präsident Daniel Ortega von Nicaragua, Präsident Nicolás Maduro von Venezuela sowie die früheren brasilianischen Staatschefs Dilma Roussef und Lula da Silva. (chi/sda)

Erstellt: 04.12.2016, 04:53 Uhr

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