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28-Jährige besiegt mächtigen Demokraten

Die junge puerto-ricanische New Yorkerin Alexandria Ocasio-Cortez gewinnt in der Kongressvorwahl gegen den mächtigen Demokraten Joe Crowley.

Setzte sich bein den Repräsentantenhaus-Vorwahlen im New Yorker Wahlbezirk Queens/Bronx durch: Alexandria Ocasio-Cortez
Setzte sich bein den Repräsentantenhaus-Vorwahlen im New Yorker Wahlbezirk Queens/Bronx durch: Alexandria Ocasio-Cortez
Scott Heins/Getty
Der Geschlagene: Joe Crowley, der seit Jahren für den Bundesstaat New York im Repräsentantenhauses sitzt und bis zur Nummer vier der Fraktion aufgestiegen ist.
Der Geschlagene: Joe Crowley, der seit Jahren für den Bundesstaat New York im Repräsentantenhauses sitzt und bis zur Nummer vier der Fraktion aufgestiegen ist.
/Susan Wa, Keystone
Er gewann die Wahl bei den Republikanern in Utah: Mitt Romney.
Er gewann die Wahl bei den Republikanern in Utah: Mitt Romney.
Rick Bowmer, Keystone
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Einer jungen Latina aus New York ist bei den Vorwahlen zur Bestimmung der Kandidaten für den US-Kongress eine faustdicke Überraschung gelungen.

Im internen Rennen der oppositionellen Demokraten um die Kandidatur in einem der Wahlbezirke der Ostküstenmetropole setzte sich die 28-jährige Alexandria Ocasio-Cortez am Dienstag klar gegen den derzeitigen Mandatsinhaber Joe Crowley durch. Crowley ist eine der Führungsfiguren der Partei im Repräsentantenhaus.

Ocasio-Cortez errang in dem Bezirk, der Teile der Stadtviertel Bronx und Queens umfasst, rund 57,5 Prozent der Stimmen. Crowley, der seit 20 Jahren dem Repräsentantenhaus angehört, kam nur auf etwa 42,5 Prozent.

Der Sieg der Newcomerin vom linken Parteiflügel ist ein schwerer Schlag für das Partei-Establishment der Demokraten: Crowley gehört der Fraktionsführung an und galt als möglicher Nachfolger der umstrittenen Fraktionschefin Nancy Pelosi.

Vom Service ins Repräsentantenhaus?

Die Gemeindeaktivistin Ocasio-Cortez, die bis vor kurzem noch als Kellnerin arbeitete, wird nun bei den Kongresswahlen im November gegen den Republikaner Anthony Pappas antreten. Sie hat beste Chancen, in das Repräsentantenhaus einzuziehen, da ihr Wahlbezirk traditionell von den Demokraten dominiert wird.

Die «New York Times» bezeichnete aber schon ihren Sieg in den Vorwahlen als «politische Revolution – oder etwas in der Art». Es handle sich um eine «verblüffende Illustration» der in diesem Jahr herrschenden Dynamik auf der linken Seite des politischen Spektrums.

Trumps Spott auf sicher

Der Sieg von Ocasio-Cortez spiegelt auch die Schwierigkeiten der Demokraten wider, zu einem geschlossenen Kurs gegen Präsident Donald Trump zu finden. Der interne Richtungsstreit dreht sich darum, ob die Partei weiter nach links rücken soll, um sich stärker von Trump und den Republikanern abzugrenzen - oder ob sie sich durch einen moderaten Kurs auf Wähler der Mitte fokussieren soll.

Trump selbst bewertete die Niederlage von «Trump-Hasser» Crowleys als Beleg dafür, dass sich die Demokraten «in Turbulenzen» befänden. Diesen Wahlausgang habe «niemand kommen sehen», schrieb der Präsident im Kurzbotschaftendienst Twitter, der den Tweet mit dem Schlusssatz «Vielleicht hätte er respektvoller und netter zu seinem Präsidenten sein sollen», beendete.

Auch Ocasio-Cortez reagierte völlig überrascht. «Ich kann diesen Zahlen gerade nicht glauben», sagte sie in einer ersten Reaktion am Wahlabend.

Bei den Kongresswahlen im November werden das gesamte Repräsentantenhaus und mehr ein Drittel des Senats neu gewählt. Die Demokraten hoffen, zumindest die Mehrheit im Repräsentantenhaus erobern zu können.

Romney gewinnt Vorwahl der Republikaner

Derweil kann der frühere US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney bei den Kongresswahlen im November für einen Sitz im Senat kandidieren. Romney gewann am Dienstag die Vorwahl der Republikaner im Bundesstaat Utah.

Medienberichten zufolge setzte er sich mit 73 Prozent der Stimmen gegen seinen Konkurrenten Mike Kennedy durch. «Es sieht so aus, als hätte unser Team die Vorwahl gewonnen», rief Romney seinen jubelnden Anhängern zu.

Trumps Lob

Auf Twitter gratulierte Trump dem 71-Jährigen. Es sein ein grosser und schlüssiger Sieg von Mitt Romney gewesen, so Trump. Er freue sich auf die Zusammenarbeit – «es gibt so viel Gutes zu erledigen», so Trump.

Der 71-jährige Romney will im Senat die Nachfolge von Orrin Hatch antreten, der den Mormonenstaat Utah seit 1977 in der Kongresskammer vertritt. Romney kann sich gute Chancen ausrechnen, den Senatssitz zu erobern: Er wird seit Jahrzehnten von den Republikanern besetzt. Romney geniesst in Utah zudem grosse Popularität – «auch weil er selbst Mormone ist.

Trumps Kehrtwende

In den US-Medien wird bereits darüber spekuliert, wie sich Romney als Senator gegenüber Präsident Donald Trump positionieren würde – als Gegenspieler oder als Verbündeter.

Im Wahlkampf hatte der frühere Investmentbanker und Ex-Gouverneur des Bundesstaats Massachusetts Trump als «Hochstapler» und «Betrüger» kritisiert. Trump beschimpfte Romney, der 2012 gegen Barack Obama unterlegen war, als einen der «dümmsten und schlimmsten» Präsidentschaftskandidaten der Republikaner.

Nach Trumps Wahlsieg fuhr Romney seine Kritik dann deutlich zurück. Zwischenzeitlich wurde er sogar als möglicher Aussenminister gehandelt. Später unterstützte Romney dann die Steuerreform des Präsidenten und erklärte, Trump habe in seinem ersten Jahr im Amt seine «Erwartungen übertroffen».

Trump unterstützte seinerseits Romneys Senatskandidatur. Romney werde ein «grossartiger Senator und ein würdiger Nachfolger von Orin Hatch» sein, schrieb Trump im Onlinedienst Twitter.

Seine Bewerbung für den Senat dürfte auch die Spekulationen befeuern, dass sich Romney vom Kongress aus für eine mögliche neue Bewerbung um das Präsidentensamt in Stellung bringen könnte.

SDA/nag

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