Polizei versperrt Abgeordneten Zugang zu Parlament in Caracas

Gemäss den Behörden wurde nach einem Sprengsatz im Gebäude gesucht. Die Opposition glaubt dieser Version nicht.

Kein Durchkommen: Die Polizei Venezuelas lässt niemanden passieren. (14. Mai 2019)

Kein Durchkommen: Die Polizei Venezuelas lässt niemanden passieren. (14. Mai 2019) Bild: Ivan Alvarado/Reuters

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Einheiten der Polizei und des Geheimdienstes riegelten am Dienstag das von der Opposition kontrollierte Parlament in der venezolanischen Hauptstadt Caracas ab. Abgeordneten wurde am Dienstag der Zugang zu der Nationalversammlung verweigert, wie das Parlament mitteilte.

Offiziell begründet wurde der Einsatz mit der Suche nach einem Sprengsatz im Parlament. Die Abgeordneten wollten ihre ordentliche Plenarsitzung an anderer Stelle abhalten. Der Parlamentschef und selbsternannte Interimspräsident Juan Guaidó warf Staatschef Nicolás Maduro vor, mit dem Einsatz die regierungskritischen Parlamentarier einschüchtern zu wollen. «Sie versuchen, die legislative Gewalt zu besetzen, während sich der Diktator in seinem Palast verschanzt», schrieb er auf Twitter. «Heute hat er wieder gezeigt, dass er Angst vor der Legitimität der Nationalversammlung hat.»

Guaidó und Maduro liefern sich seit Monaten einen erbitterten Machtkampf. Weil seine Wiederwahl im vergangenen Jahr nicht den demokratischen Grundsätzen entsprochen haben soll, erkennen viele Länder Maduro nicht mehr an. Die von der Opposition kontrollierte Nationalversammlung gilt den USA, vielen EU-Ländern und zahlreichen lateinamerikanischen Staaten als einzige demokratisch legitimierte Staatsgewalt in dem südamerikanischen Land. (fal/sda)

Erstellt: 14.05.2019, 21:28 Uhr

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