Polizeichef von Ferguson tritt zurück

Stets weigerte er sich zurückzutreten, nun knickt er ein: Polizeichef Thomas Jackson legt sein Amt nieder.

Hatte einen Rücktritt stets abgelehnt: Der Polizeichef von Ferguson, Thomas Jackson. (15. August 2014)

Hatte einen Rücktritt stets abgelehnt: Der Polizeichef von Ferguson, Thomas Jackson. (15. August 2014) Bild: Jeff Roberson/Keystone

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Als Reaktion auf einen Bericht des US-Justizministeriums über die systematische Schikanierung von Afroamerikanern in der Kleinstadt Ferguson treten der Verwaltungs- und der Polizeichef zurück. «Mit Trauer gebe ich meinen Rücktritt bekannt», schrieb Polizeichef Thomas Jackson in einem Brief. Am 19. März wird er aus dem Amt scheiden, hiess es in dem Brief, den die Zeitung «St Louis Post-Dispatch» veröffentlichte. Einen Tag zuvor hatte Verwaltungsdirektor John Shaw die Konsequenz aus den schweren Vorwürfen gezogen. Bürgermeister James Knowles konnte sich bislang im Amt halten, er hat tiefgreifende Reformen zugesagt - für seine 21'000-Einwohner-Stadt, in der zwei Drittel schwarz sind.

Im August 2014 hatte ein weisser Polizist in der Stadt den unbewaffneten schwarzen Jugendlichen Michael Brown erschossen. Das US-Justizministerium hatte vor wenigen Tagen in einem Bericht Fälle von Rassismus und Versäumnisse bei der Polizei von Ferguson aufgedeckt.

Browns Tod hatte zu wochenlangen Unruhen in der Kleinstadt geführt. Eine Jury sowie das Justizministerium hatten in zwei unterschiedlichen Verfahren entschieden, keine Anklage gegen den Beamten zu erheben. Nach Angaben des Ministeriums hatte er in Selbstverteidigung gehandelt. Ein in der vergangenen Woche veröffentlichter Bericht bestätigte indes eine routinemässige Schikanierung von Afroamerikanern in Ferguson - zum Teil mit dem Ziel, Geld für die Stadtkasse einzunehmen. (thu/AP)

Erstellt: 11.03.2015, 22:07 Uhr

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