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Protest auf dem Fussboden

Mit einem Sitzstreik will eine Gruppe US-Demokraten schärfere Waffengesetze erzwingen. An ihrer Spitze: John Lewis, ein Held der Bürgerrechtsbewegung.

Angeführt von John Lewis, demonstrierten Dutzende demokratische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus. Foto: AP, Keystone
Angeführt von John Lewis, demonstrierten Dutzende demokratische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus. Foto: AP, Keystone

Der Aufstand beginnt, als ein Mann mit kahlem Schädel ans Pult tritt und sagt: «Ich bitte alle meine Kollegen, sich mir im Plenarsaal anzuschliessen.» John ­Lewis sagt das ganz ruhig. Er klingt sogar melancholisch und blickt so ernst auf sein Pult, als stehe jetzt ein Ritual bei einem Begräbnis an. Lewis (76) ein Abgeordneter aus dem Südstaat Georgia, kann wütend sein, aber er beherrscht auch den würdevollen Auftritt. Es folgt an diesem Mittwochmorgen eine Demonstration im US-Repräsentantenhaus: Mehr als 100 Abgeordnete versammeln sich zum Sitzstreik, verharren auf dem Fussboden. Nach dem Terrorangriff in Orlando vor knapp zwei Wochen mit 50 Toten möchten sie etwas erreichen, das in der US-Politik derzeit als so gut wie unmöglich gilt: Sie möchten schärfere Waffengesetze erzwingen.

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