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Putin gibt Obama einen Korb

Am G-8-Gipfel von nächster Woche in Camp David wird der russische Präsident Wladimir Putin offenbar nicht teilnehmen. Die genannte Begründung dürfte in Washington auf wenig Verständnis stossen.

Solche Bilder dürfte es am nächsten G-8-Gipfel nicht geben: US-Präsident Barack Obama (l.) und Wladimir Putin, hier in Moskau. (7. Juli 2009)
Solche Bilder dürfte es am nächsten G-8-Gipfel nicht geben: US-Präsident Barack Obama (l.) und Wladimir Putin, hier in Moskau. (7. Juli 2009)
Keystone

Der russische Präsident Wladimir Putin wird nicht am G-8-Gipfel in den USA teilnehmen und sich damit auch nicht wie geplant mit seinem US-Amtskollegen Barack Obama treffen. Statt Putin werde Regierungschef Dmitri Medwedew zu dem Treffen am 18. und 19. Mai reisen, teilte der Kreml mit.

Putins Absage habe nichts zu tun mit der wiederholten Kritik der USA an der Menschenrechtssituation in Russland, betonte der Kremlfunktionär Arkadi Dworkowitsch am Donnerstag. «Das sind wirklich lächerliche Vermutungen. Putin fürchtet sich nicht vor scharfen Fragen», sagte er dem Radiosender Echo Moskwy. Russische Medien hatten wiederholt über ein gespanntes persönliches Verhältnis zwischen Putin und US-Präsident Barack Obama berichtet. Moskau lehnt zudem die geplante US-Raketenabwehr in Europa strikt ab und droht mit massiven militärischen Gegenmassnahmen.

Putin hatte seine Absage zur Reise nach Camp David (US-Staat Maryland) in einem Telefonat mit Obama am Vortag mit der anstehenden Regierungsbildung in Moskau begründet. Sprecherin Natalia Timakowa sagte in Moskau, Putin wolle mit den künftigen Ministern vor ihrer für Mitte Mai geplanten Ernennung sprechen.

Obama zeigt Verständnis

Der US-Präsident habe Verständnis für Putins Entscheid geäussert und begrüsse es, dass Regierungschef Medwedew am Gipfel teilnehme, hiess es in Washington. Die beiden Staatschefs hätten vereinbart, sich am Rande des G-20-Gipfels zu treffen, der am 18. und 19. Juni im mexikanischen Los Cabos stattfindet.

Dem Weissen Haus zufolge vereinbarten Obama und Putin in einem Telefonat, die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern «auf der Basis gemeinsamer strategischer Interessen» weiter auszubauen.

Beide hätten die konkreten Fortschritte in den Beziehungen gewürdigt, die in den vergangenen drei Jahren – seit Obamas Amtsübernahme – erzielt worden seien. Das gelte etwa für Fragen der atomaren Sicherheit, der Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen und für Afghanistan.

Erste Antrittsreise nach China

Putins erste Auslandsreise nach dem Amtsantritt führt damit möglicherweise nach China. Nach Angaben des Aussenministeriums in Moskau ist ein Besuch des Kremlchefs in Peking für Juni bereits fest vereinbart.

Russland und China pflegen vor allem im Energiebereich enge Beziehungen. Allerdings steht für Juni auch Putins Reise zum G-20-Gipfel in Los Cabos (Mexiko) auf dem Programm. Putin war am Montag für eine dritte Amtszeit als russischer Präsident vereidigt worden. Sein Vorgänger Medwedew wurde am Dienstag ins Amt des Ministerpräsidenten gewählt.

dapd/sda/rub/bru

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