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Republikaner buhen homosexuellen US-Soldaten aus

In der Fernsehdebatte der Republikaner meldete sich ein homosexueller GI aus dem Irak zu Wort. Seine Frage nach der Schwulen-Politik der Partei wurde vom Publikum mit Buhrufen quittiert.

Wenige Tage nach der endgültigen Aufhebung der «Don't ask, don't tell»-Politik der US-Armee hat sich bei der Fernsehdebatte der Republikaner gezeigt, wie wenig sich die politische Rechte in den Vereinigten Staaten mit der Liberalisierung der Sexualpolitik der Streitkräfte anfreunden kann. Während des Politspektakels vom Donnerstag in Orlando, Florida, wurde eine Youtube-Botschaft des bekennend homosexuellen Soldaten Stephen Hill eingespielt. Das Publikum quittierte die Ansage des GIs mit Buhrufen.

In seiner Botschaft sagte der im Irak stationierte GI, er habe seine Ausrichtung verleugnen müssen, als er 2010 in den Irak entsandt wurde – aus Angst, seine Anstellung als Soldat zu verlieren. Anschliessend stellte er an den Präsidentschaftskandidaten Rick Santorum die Frage, ob dieser im Falle seiner Wahl zum Präsidenten die Fortschritte für Lesben und Schwule in der Armee wieder rückgängig machen würde. Daraufhin durchbrachen Buhrufe die kurze Stille nach der Übertragung, wie das US-Magazin «Huffington Post» berichtet.

Keine Reaktion der Moderatoren

Nicht allein die Reaktion des Publikums, auch die Antwort Santorums liess keinen Zweifel daran, wie das republikanische Lager zum Thema Homosexualität in der Armee steht. In den Streitkräften habe es keinen Platz für sexuelle Aktivitäten, meinte Santorum zunächst ausweichend. Danach wurde er konkreter: «Ich würde die ‹Don't ask, don't tell›-Politik wieder einführen, würde ich zum Präsidenten gewählt.» Die offene Akzeptanz von Homosexuellen in der US-Armee bringe Sozialpolitik in die Streitkräfte. Diese hätte dort nichts zu suchen, zumal sie die Armee lediglich davon abhalte, ihre Arbeit zu tun. Rick Santorums Antwort wurde mit frenetischem Applaus quittiert.

In einem Grossteil der US-Medien erhielt der Vorfall nur einen Platz am Rande der Berichterstattung über die Fernsehdebatte. Trotzdem gibt es einige empörte Stimmen, die sich zu Wort meldeten. Die «Huffington Post» spricht von einer «Vorstellung der Respektlosigkeit gegenüber einem unserer Soldaten». Die «Los Angeles Times» bedauert vor allem, dass die Moderatoren des Senders Fox nicht den Mut hatten, auf die Buhrufe zu reagieren. Pointiert ist zu guter Letzt der Kommentar von «Newsweek»-Journalistin Michelle Goldberg. Sie bezeichnet den Anlass als «Festival der Verlogenheit» und meinte abschliessend: «‹Supporting the troops› – das ist offensichtlich ein Konzept mit Grenzen.»

Am Tag nach der Debatte meldete sich gemäss dem Magazin «Media ITE» auch die Gruppe GO Proud zu Wort. Der Vorsitzende der Vereinigung für homosexuelle Konservative, Christopher R. Barron, fordert in einem offenen Brief eine Entschuldigung von Rick Santorum an den Soldaten Stephen Hill.

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