Richterin drohen wegen Fluchthilfe bis zu 20 Jahre Haft

In den USA kommt eine Richterin als Angeklagte vor Gericht. Sie soll einem mit Einreisesperre belegten Dominikaner zur Flucht verholfen haben.

Ihr wird eine Verschwörung zur Justizbehinderung zur Last gelegt: Richterin Shelley Richmond Joseph.

Ihr wird eine Verschwörung zur Justizbehinderung zur Last gelegt: Richterin Shelley Richmond Joseph. Bild: Keystone

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In den USA ist eine Richterin beschuldigt worden, einem Mann bei der Flucht vor der Einwanderungspolizei geholfen zu haben. Richterin Shelley Richmond Joseph und einem früheren Gerichtsmitarbeiter werden Justizbehinderung und Verschwörung zur Justizbehinderung zur Last gelegt, wie das Justizministerium am Donnerstag mitteilte. Die Richterin habe absichtlich die Durchsetzung von Bundesrecht verhindert und damit ein Verbrechen begangen, erklärte Staatsanwalt Andrew Lelling. «Wir können uns nicht die Bundesgesetze aussuchen, an die wir uns halten, oder Gesetzesverstösse mit persönlichen Ansichten rechtfertigen.»

Der fragliche Vorfall liegt ein Jahr zurück: Im April 2018 sollte der Richterin in einem Vorort von Boston ein wegen Drogenbesitzes festgenommener Mann vorgeführt werden. Medienberichten zufolge handelt es sich um einen Staatsbürger der Dominikanischen Republik.

Flucht durch die Hintertür

Als die Einwanderungspolizei ICE von dem Fall mitbekam, wollte sie den Mann nach dem Gerichtstermin festnehmen und abschieben. Er war bereits zweimal abgeschoben worden und hatte bis 2027 ein Einreiseverbot.

Ein Zivilbeamter wurde zu dem Gerichtsgebäude geschickt. Richterin Joseph soll aber mit Hilfe des Gerichtsmitarbeiters dafür gesorgt haben, dass der Mann durch einen Hintereingang entkommen konnte. Die 51-Jährige wurde später suspendiert. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu 20 Jahre Haft.

US-Präsident Donald Trump hat den Kampf gegen die illegale Einwanderung zu einem seiner Hauptanliegen gemacht. Die oppositionellen Demokraten werfen ihm vor, damit Rassismus zu schüren. Demokratische Hochburgen wie New York stellen sich dem harten Vorgehen des Präsidenten entgegen und verweigern unter anderem die Zusammenarbeit mit der Einwanderungspolizei. (red/sda)

Erstellt: 26.04.2019, 08:47 Uhr

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