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Rousseff ist Favoritin

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff liegt bei den Wahlen laut Umfragen vorn.

Darf hoffen: Die erneut kandidierende Dilma Rousseff. Foto: Reuters
Darf hoffen: Die erneut kandidierende Dilma Rousseff. Foto: Reuters

Die Präsidentschaftswahlen in Brasilien verliefen gestern bis Redak­tionsschluss ruhig. Allerdings kam es in mindestens fünf Bundesstaaten zu technischen Problemen mit dem computerisierten Wahlsystem, weshalb der Präsident der Wahlbehörde bekannt gab, die Ver­kündigung der Ergebnisse könne sich um mehr als eine Stunde verzögern. Die Ausgangslage war aufgrund der letzten Umfragen so spannend wie seit 25 Jahren nicht mehr. Während die wieder kan­didierende Dilma Rousseff als klare Favoritin galt, war ­unklar, wer am zweitmeisten Stimmen holen würde: Die grüne, für die sozialistische Partei kandidierende Ex-Umweltministerin Marina Silva oder der konservative Sozialdemokrat Aécio Neves. Die Mehrheit der ­Beobachter ging davon aus, dass die für die Arbeiterpartei PT kandidierende Rousseff das absolute Mehr verpassen und es am 26. Oktober zu einem Stichentscheid kommen würde.

Bescheidene Bilanz

Der Wahlkampf war von mehreren ­spektakulären Umschwüngen geprägt. Marina Silva trat zunächst als Vize des Sozialisten Eduardo Campos an, rückte jedoch an dessen Stelle, nachdem der ehemalige Gouverneur im August bei ­einem Flugzeugabsturz ums Leben ­gekommen war. Die aus ärmsten ­Verhältnissen stammende 56-jährige Politikerin stieg fast über Nacht zur ­Favoritin auf, um jedoch während der letzten vier Wochen wieder deutlich an Zustimmung einzubüssen – teils aufgrund einer Diffamierungskampagne des Rousseff-Lagers, teils wegen eigener Fehler.

Der klare Vorsprung der Präsidentin in den Umfragen ist insofern überraschend, als die ökonomische Bilanz ihrer vierjährigen Regierungszeit äusserst bescheiden ausfällt und sich die grösste lateinamerikanische Volkswirtschaft in einer Rezession befindet. Die rund 143 Millionen Wahlberechtigten bestimmten gestern auch über ein Drittel der Senatorenposten und über die Gouverneure der 26 Bundesstaaten.

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