Russische Medien schalteten hunderte Twitter-Anzeigen

Der Kurzmitteilungsdienst wurde möglicherweise ebenso wie Facebook für Wahlmanipulationen benutzt.

Will weiter mit den US-Behörden zusammenarbeiten: Twitter. (Archivbild)

Will weiter mit den US-Behörden zusammenarbeiten: Twitter. (Archivbild) Bild: Matt Rourke/Keystone

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Nach Facebook hat auch Twitter eingeräumt, möglicherweise für russische Manipulationen des US-Präsidentschaftswahlkampfs benutzt worden zu sein. Twitter erklärte am Donnerstag, eine russische Mediengruppe habe 2016 in dem Kurzmitteilungsdienst fast 2000 Anzeigen oder promotete Tweets gekauft, die zur Beeinflussung der US-Wahl gedacht gewesen sein könnten. Die mit der russischen Regierung in Verbindung stehende Mediengruppe RT gab demnach 274'000 Dollar für die Anzeigen aus, die sich an «Nutzer von Mainstream-Medien» richteten und auf RT-Nachrichten verwiesen.

Twitter-Vizechef Colin Crowell traf nach Angaben des Unternehmens bereits am Donnerstag Vertreter des US-Kongresses, die den Vorwürfen der russischen Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf untersuchen. Twitter werde auch weiterhin mit den Ermittlern zusammenarbeiten.

Twitter-Profile stimmen mit Facebook überein

Wie das Online-Unternehmen weiter mitteilte, stimmen 22 Twitter-Profile mit einigen der Facebook-Profile überein, die zum Zwecke der Einflussnahme auf die US-Wahl eingerichtet worden sein sollen. Das soziale Netzwerk Facebook hatte nach eigenen Angaben insgesamt rund 450 solcher verdächtiger Accounts gefunden. Twitter erklärte am Donnerstag, die betreffenden Profile seien bereits vor oder unmittelbar nach deren Entdeckung wegen Regelverstössen gesperrt worden.

Die Mediengruppe RT war im Januar in einem US-Geheimdienstbericht über die mutmasslichen russischen Wahlmanipulationen genannt worden. Die US-Geheimdienste werfen Russland vor, sich in den US-Wahlkampf eingemischt zu haben, um dem Republikaner Donald Trump im November 2016 zum Sieg über seine demokratische Rivalin Hillary Clinton zu verhelfen. Moskau bestreitet die Vorwürfe.

Facebook hatte Anfang September bekanntgegeben, dass im vergangenen Jahr mutmasslich russisch finanzierte Werbeanzeigen auf seinen Seiten geschaltet worden waren. Das Unternehmen erklärte sich ebenfalls zur Zusammenarbeit mit den Behörden bereit. Die Geheimdienstausschüsse von Senat und Repräsentantenhaus haben Vertreter von Facebook, Twitter und Google zu Anhörungen eingeladen. (chk/AFP)

Erstellt: 29.09.2017, 05:35 Uhr

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