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Schockvideo soll Muslime von IS fernhalten

Auspeitschen, kreuzigen, enthaupten oder aus nächster Nähe erschiessen: Die US-Regierung zeigt in einem Video, wie brutal der IS agiert.

«Lasst euch nicht in die Irre führen von denen, die Familien und ihr wahres kulturelles Erbe zerstören»: Ein Mann wird ausgepeitscht. (Standbild aus «Welcome to the ‹Islamic State› Land», US Department of State/Youtube)
«Lasst euch nicht in die Irre führen von denen, die Familien und ihr wahres kulturelles Erbe zerstören»: Ein Mann wird ausgepeitscht. (Standbild aus «Welcome to the ‹Islamic State› Land», US Department of State/Youtube)

Propaganda auf Youtube und auf anderen sozialen Medien ist das Terrain der Terrororganisation Islamischer Staat. Die US-Regierung will es ihr nicht kampflos überlassen. Mit der Kampagne «Think Again, Turn Away» (Denk nach, wende dich ab) gibt sie auf Facebook, Twitter und Tumblr Gegensteuer. Dabei bedient sich das Center for Strategic Counterterrorism Communications des US-Aussenministeriums nun auch der stilistischen Mittel der Terroristen.

Das kurze Video mit dem Titel «Willkommen im ‹Islamischen Staat›» kommt wie ein Werbeclip für den IS daher und zeigt drastische Bilder. Um es zu sehen, muss man auf Youtube bestätigen, dass man mindestens 21 Jahre alt ist. Die Botschaft des Videos lautet: Wer sich dem IS anschliesse, lerne, wie man Muslime kreuzigt, sie auspeitscht und exekutiert. Die US-Parodie eines IS-Videos zeigt abgetrennte Köpfe und auch, wie eine Moschee gesprengt oder wie ein Selbstmordanschlag in einer Moschee verübt wird. Am Ende heisst es sarkastisch: «Die Reise ist billig, denn ihr werdet kein Rückreiseticket brauchen.» Dazu wird eine Leiche einen Abhang hinuntergeworfen.

«Die Mehrheit der Muslime ist nicht dumm»

Auf der Facebook-Seite der Kampagne steht der Aufruf: «Lasst euch nicht in die Irre führen von denen, die Familien und ihr wahres kulturelles Erbe zerstören.» Die Kampagne ist in erster Linie an Muslime in den USA gerichtet. Mehr als 100 US-Bürger sollen sich bereits den Jihadisten angeschlossen haben, berichtet CNN.

Reaktionen grösserer Organisationen auf das Video stehen noch aus. In der Diskussion auf Youtube gibt es zahlreiche muslimfeindliche Kommentare. Ein «talesin» meint in wenig schmeichelhaften Worten: «Lasst sie doch gehen! Das schafft sie aus unserem Land und sie werden getötet, ohne Kosten für uns zu verursachen.» Andere beschimpfen die USA mit einem bekannten F-Wort. Ein Jammal Stone kritisiert, dass die USA, die «Millionen Muslime abgeschlachtet» hätten, ihnen nun erklären wollten, was ein guter Muslim sei. «Die Mehrheit der Muslime ist aber nicht dumm», schreibt er. Ob das US-Propagandavideo die gewünschte Wirkung erzielt – oder gar zum Bumerang wird und bei einigen erst recht eine Trotzreaktion hervorruft –, wird sich wohl erst nach einer gewissen Zeit beurteilen lassen.

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