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Sehr viele Amerikaner sehen es anders

Scheitert das Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump, könnte der US-Präsident am Ende als Sieger dastehen. Das wäre ein Desaster.

Wer zuletzt lacht… US-Präsident Trump hat nach wie vor viele Bürger, aber auch Abgeordnete hinter sich. Foto: Oliver Contreras (EPA, Keystone)
Wer zuletzt lacht… US-Präsident Trump hat nach wie vor viele Bürger, aber auch Abgeordnete hinter sich. Foto: Oliver Contreras (EPA, Keystone)

Sie war so höflich, Donald Trumps Rückkehr aus London abzuwarten, erst dann teilte Nancy Pelosi ihm mit, dass sie eine Amtsenthebungsanklage gegen ihn ausarbeiten lassen werde. Donald Trump, das steht nun so gut wie fest, wird also der vierte Präsident in der Geschichte der USA sein, den das Parlament aus dem Amt zu werfen versucht.

Die Demokraten haben dafür gute Argumente. Trump hat sein Amt für persönliche ­ Zwecke missbraucht. Er wollte sich im Ausland Wahlkampf­hilfe gegen einen politischen Rivalen verschaffen. Der ­Präsident, der sich bei der Wahl 2016 bereitwillig von Russland helfen liess, wollte für die Wahl 2020 die Ukraine als Helferin rekrutieren. Das ist so dreist, so verächtlich gegenüber allen demokratischen Regeln, wie es eben auch typisch Trump ist.

Das Problem ist, dass immer noch sehr viele Amerikaner das anders sehen. Sie hätten es vielleicht bevorzugt, wenn die Demokraten die Entscheidung darüber, ob Trump Präsident bleiben soll, den Wählern überlassen hätten – zumal die Republikaner im Senat ihren Präsidenten wohl ohnehin nicht verurteilen werden. Das mildert Trumps Schuld nicht. Aber wenn der Präsident aus dem Impeachment als gestärkter Sieger hervorgehen sollte, wäre das ein Desaster.

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