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Sexskandal um Obamas Leibwächter weitet sich auf drei Länder aus

Nach Brasilien soll der Secret Service auch in El Salvador und Argentinien Partys mit Prostituierten gefeiert haben. Ausserdem stehen Marines in Verdacht, in Brasilia eine Prostituierte beinahe getötet zu haben.

Hat sich bei einer Auseinandersetzung mit drei Marines und einem zivilen Botschaftsangestellten in Brasilia am 29. Dezember 2011 verletzt: Romilda Aparecida Ferreira, anlässlich eines Interviews mit Reuters in Brasilia. (25. April 2012)
Hat sich bei einer Auseinandersetzung mit drei Marines und einem zivilen Botschaftsangestellten in Brasilia am 29. Dezember 2011 verletzt: Romilda Aparecida Ferreira, anlässlich eines Interviews mit Reuters in Brasilia. (25. April 2012)
Reuters
Die Frau sagt, sie sei aus dem Van der Amerikaner gestossen worden und hingefallen. Der US-Botschaftswagen habe sie danach überfahren, was die US-Botschaft bestätigte: Romilda Aparecida Ferreira zeigt eine Narbe, die sie von dem Vorfall davontrug. (25. April 2012)
Die Frau sagt, sie sei aus dem Van der Amerikaner gestossen worden und hingefallen. Der US-Botschaftswagen habe sie danach überfahren, was die US-Botschaft bestätigte: Romilda Aparecida Ferreira zeigt eine Narbe, die sie von dem Vorfall davontrug. (25. April 2012)
Reuters
Romilda Aparecida Ferreira hatte drei Jahre in dem Nachtclub in Brasilia als Tänzerin und Prostituierte gearbeitet. Sie will ihren Angaben zufolge nicht zurück. Stattdessen habe sie mit ihrem Ersparten eine Tierhandlung eröffnet.  (25. April 2012)
Romilda Aparecida Ferreira hatte drei Jahre in dem Nachtclub in Brasilia als Tänzerin und Prostituierte gearbeitet. Sie will ihren Angaben zufolge nicht zurück. Stattdessen habe sie mit ihrem Ersparten eine Tierhandlung eröffnet. (25. April 2012)
Reuters
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Gegen den wegen eines Sexskandals in die Schlagzeilen geratenen Secret Service gibt es neue Anschuldigungen. Es werden nun auch Vorwürfen nachgegangen, wonach Agenten 2011 in einer Strip-Bar in San Salvador mit Prostituierten gefeiert haben sollen. Die Männer sollen sehr viel Alkohol getrunken und gegen Bezahlung Sex mit Prostituierten gehabt haben, wie am Donnerstag aus dem Kongress in Washington verlautete. Der Voraustrupp war in El Salvador, um einen Besuch von US-Präsident Barack Obama Ende März vergangenen Jahres vorzubereiten.

Publik wurden die jüngsten Anschuldigungen durch ein TV-Interview eines nicht genannten US-Amerikaners, der mit den Agenten im Strip-Club gewesen sein will. Demnach sollen auch hochrangige Botschaftsmitarbeiter regelmässig dort verkehrt haben.

Strip-Clubs in Argentinien

Bei dem Verhalten der US-Agenten handelt es sich laut einem Bericht der «Washington Post» nicht um einzelne Ausrutscher. Anonyme Mitarbeiter des Secret Service nannten als Beispiel eine Reise des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires 2009. Auch damals hätten Mitglieder des Sicherheitsdispositivs spätnachts in Strip-Clubs gefeiert. Einer sagt es so: «Wenn man eine Handvoll Jungs ins Ausland mitnimmt, wo Frauen ihnen viel Aufmerksamkeit schenken, sind schlechte Sachen vorprogrammiert.»

Der ganze Sexskandal war ausgelöst worden, als kürzlich bekannt wurde, dass ein Voraustrupp von Präsident Obama Prostituierte in ein Hotel im kolumbianischen Cartagena gebracht hatte, wo die Männer zur Vorbereitung der Teilnahme von Obama am Amerika-Gipfel Mitte April waren. Neun Agenten verloren deswegen mittlerweile ihre Posten.

Brasilianerin klagt gegen US-Regierung

Zu einem gravierenden Vorfall ist es am vergangenen 29. Dezember in der brasilianischen Hauptstadt gekommen. Drei US-Marine-Infanteristen und ein ziviler Botschaftsangestellter hätten in einem Nachtclub in Brasilia Whiskey und Tequila getrunken, erzählt Romilda Aparecida Ferreira der Nachrichtenagentur Reuters. Sie und drei ihrer Freundinnen hätten sich zu den Männern gesellt. Bald habe man sich auf einen Preis für Sex geeinigt und sei aufgebrochen.

Auf dem Parkplatz vor dem Club ist es dann zu einem Streit gekommen. Was genau passierte, ist nicht klar. Ferreira sagt, ein Mann habe sie aus dem Wagen gestossen, sie sei umgefallen, habe sich den Kopf gestossen und sei ohnmächtig geworden. Als der Fahrer der amerikanischen Botschaft mit den Männern im Van zurücksetzte, überfuhr er die am Boden liegende Ferreira. Statt zu helfen, brausten die Amerikaner los. Ferreira trug eine punktierte Lunge und ein gebrochenes Schlüsselbein davon. Dieses ist gemäss Reuters immer noch geschwollen. Die 31-Jährige hat Narben.

Verhandlungen um Schadenersatz

Die brasilianische Justiz eröffnete ein Verfahren wegen Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung. Ferreira will nun ihrerseits klagen, wie gestern bekannt wurde. Ihr Anwalt Antonio Rodrigo Machado sagte der «Los Angeles Times»: «Wir verklagen die US-Botschaft, weil sie den Gebrauch eines Wagens autorisiert hat, der für einen Mordversuch gebraucht wurde.» Machado sagte der «Los Angeles Times» jedoch auch, die Amerikaner hätten seine Klientin nicht umbringen wollen, «aber sie nahmen das Risiko in Kauf, sie zu töten.»

Gemäss Reuters verlangt die Klägerin Schadenersatz für die Verletzungen, die medizinischen Kosten, den Einkommensausfall und das Trauma, das sie durch den Vorfall erlitten hat. Eine von der US-Botschaft angebotene Summe von rund 2000 Franken schlug Ferreira aus. Gemäss ihrem Anwalt habe man weiter verhandelt, ohne Erfolg. Deshalb sei man jetzt an die Öffentlichkeit gelangt.

Marines degradiert

Gegenüber Reuters hatte ein Sprecher der US-Botschaft in Brasilia gestern noch die Verhandlungen um eine Kompensationszahlung bestätigt, gegenüber der «Los Angeles Times» bestritt ein Botschaftsvertreter, dass Verhandlungen stattgefunden haben.

Die vier in den Vorfall involvierten Amerikaner haben Brasilien verlassen. US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte gestern während eines Besuchs in Brasilia, die Marines seien diszipliniert und degradiert worden. «Ich akzeptiere solches Verhalten nicht, wo immer es auf der Welt stattfindet. Und wenn es dennoch stattfindet, können Sie sicher sein, dass wir handeln und die Schuldigen bestrafen», versicherte Panetta.

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