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«Sie leuchtet heller als ihr lachsfarbener Anzug»

US-Aussenministerin Clinton hat die Kritik an der Obama-Regierung bislang unbeschadet überstanden. Für Experten drängt sich der nächste Schritt in der Karriereleiter auf.

Hat ihr Lachen wieder: Die ehemalige Präsidentschaftsanwärterin und Aussenministerin Hillary Clinton.
Hat ihr Lachen wieder: Die ehemalige Präsidentschaftsanwärterin und Aussenministerin Hillary Clinton.
Keystone
Machen schwierige Zeiten durch: US-Präsident Barack Obama und sein Finanzminister Timothy Geithner.
Machen schwierige Zeiten durch: US-Präsident Barack Obama und sein Finanzminister Timothy Geithner.
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Berühmte Vorbilder: Bereits Thomas Jefferson (1743 - 1826) war Aussenminister, Vize und später Präsident.
Berühmte Vorbilder: Bereits Thomas Jefferson (1743 - 1826) war Aussenminister, Vize und später Präsident.
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Die US-Regierung um Barack Obama macht schwierige Zeiten durch. Trotz Wirtschaftsmassnahmen bleiben die Arbeitslosenzahlen hoch, und der Krieg in Afghanistan entwickelt sich zunehmend zu einem Desaster. Kein Tag vergeht ohne dass Obamas Leute von links wie von rechts für ihre Politik kritisiert werden. Ein wichtiges Regierungsmitglied hat den Sturm der letzten Monate jedoch unbeschadet überstanden: Aussenministerin Hillary Clinton.

«Die Vereinigten Staaten können, müssen und werden führen», untermauerte die ehemalige Präsidentschaftsanwärterin in einer Rede vor Mitgliedern der Denkfabrik «The Council on Foreign Relations» (CFR) den globalen Führungsanspruch Washingtons. In ihrer ersten Grundsatzrede zur amerikanischen Aussenpolitik sprach sie von einem «amerikanischen Moment». Nur die USA könnten in einer Welt voller Komplexität und Vernetzungen die Menschen zusammenbringen.

«Hillary Clinton ist im Gegensatz zu ihrem Präsidenten daran, ein neues öffentliches Profil von sich zu schaffen, das heller leuchtet als ihr lachsfabener Anzug», beschreibt das US-Politmagazin «Newsweek» den Auftritt der Aussenministerin. Nachdem sie fast 18 Monate im Hintergrund blieb, seien Clintons politische Aussichten so vielversprechend wie sonst bei keiner anderen Person in der Regierung, ihr Chef miteingeschlossen.

Jefferson und Van Buren als historische Beispiele

Bereits jetzt kursiert in den amerikanischen Medien, dass Clinton für die Präsidentschaftswahl 2012 eine Rochade mit Vize-Präsident Joe Biden anvisiert und damit zur Nummer 2 hinter Obama aufsteigen würde. Joe Biden hat im Gegenzug nie einen Hehl daraus gemacht, gerne einmal Aussenminister zu sein.

An prominenten Beispielen für diesen Karriereweg fehlt es denn auch nicht. So meinte CFR-Präsident Richard Haas, dass bereits Thomas Jefferson und Martin Van Buren im 19. Jahrhundert zuerst Aussenminister waren, bevor sie Vize und später gar Präsidenten wurden.

Die Nahost-Gespräche als Chance

Den amerikanischen und ihren eigenen Führungsanspruch kann Clinton als neue Chefvermittlerin bei den kommenden israelisch-palästinensischen Gesprächen im ägyptischen Sharm al-Sheikh unter Beweis stellen. Dabei handelt es sich um eine Premiere für die Aussenministerin. Denn bislang überliess Clinton die heiklen Direktverhandlungen George Mitchell und Richard Holbrooke.

Die Zuversicht für die schwierigen Gespräche hat sie jedenfalls noch nicht verloren. Auf die Frage, weshalb ausgerechnet jetzt die Nahost-Pessimisten falsch liegen, antwortete Clinton: «Weil Premier Netanyahu und Präsident Abbas eingesehen haben, dass sie wohl keine weitere Chance für einen Friedensschluss haben werden.»

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