Kaliforniens Schwule und Lesben gehen auf die Barrikaden

Gegen die per Volksabstimmung beschlossene Abschaffung der Homo-Ehe regt sich im grossen Westküstenstaat Widerstand.

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Laut Polizei gingen in Hollywood in Los Angeles über 2000 Menschen auf die Strasse, um gegen den Volksbeschluss zu demonstrieren. In der Volksabstimmung hatten sich die Gegner gleichgeschlechtlicher Eheschliessungen mit knapper Mehrheit durchgesetzt. An der Demonstration beteiligten sich laut Polizei auch Familien mit Kindern und Kirchenvertreter.

Mormonen im Visier

Der Protestzug richtete sich auch gegen die Mormonen-Kirche. Exponenten dieser Vereinigung hatten sich für die «Proposition 8», die ein Verbot der Ehen von Lesben und Schwulen in der Verfassung verankern soll, stark gemacht.

Nach Auszählung fast aller Stimmen votierten 52,5 Prozent der Wähler in dem Westküstenstaat für das Verbot der Homo-Ehe und 47,5 Prozent dagegen. Die Mehrheit sprach sich damit für einen Verfassungszusatz aus, der Ehen auf Beziehungen zwischen Mann und Frau beschränkt. Es war die erste Abstimmung dieser Art in einem US-Staat, in dem gleichgeschlechtliche Ehen bisher erlaubt waren. Tausende solcher Ehen wurden bereits geschlossen. Ein Urteil des Obersten Gerichts vom Mai hatte dies ermöglicht.

Klage eingereicht

Homosexuellen-Aktivisten mussten auch andernorts Niederlagen einstecken: Verbote gleichgeschlechtlicher Ehen wurden in Arizona und Florida gebilligt, und in Arkansas dürfen unverheiratete Paare künftig keine Kinder adoptieren oder in Pflege nehmen. Das Gesetz zielte ausdrücklich auf Schwule und Lesben.

Befürworter der Homo-Ehe haben unmittelbar nach dem abgehaltenen Referendum Klage eingereicht. Am Mittwoch beantragten Homosexuellenverbände, die Bürgerrechtsbewegung ACLU und die Städte San Francisco und Los Angeles beim Obersten Gerichtshof des Westküstenstaates, dass das Wahlreferendum «Proposition 8» für ungültig erklärt werde.

16'000 Paare haben geheiratet

Vor einem halben Jahr hatte der Oberste Gerichtshof Kaliforniens grünes Licht für die Trauung von Lesben und Schwulen gegeben, mehr als 16'000 Paare heirateten seitdem. Befürworter und Gegner der Homo-Ehe lieferten sich in den letzten Monaten einen über 70 Millionen Dollar teuren Kampf um Wählerstimmen.

Unklar war zunächst, ob die bereits geschlossenen gleichgeschlechtlichen Ehen nun durch den Verfassungszusatz ihre Gültigkeit verlieren. Kalifornien ist nach Massachusetts der zweite Bundesstaat, der die Homo-Ehe erlaubt hatte. Mitte Oktober gab auch der Gerichtshof in Connecticut grünes Licht für die Trauung von Schwulen und Lesben. (cpm)

Erstellt: 07.11.2008, 11:40 Uhr

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