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Tödliche Untätigkeit

Jeden Tag werden in Mexiko zehn Frauen ermordet.

In Mexiko Stadt protestieren Demonstranten gegen Gewalt gegen Frauen. Foto: Andres Martinez Casares (Reuters)
In Mexiko Stadt protestieren Demonstranten gegen Gewalt gegen Frauen. Foto: Andres Martinez Casares (Reuters)

Mexikos Präsident Andres Manuel Lopez Obrador weiss genau, was bei den Wählern ankommt. Gerne erzählt er in seiner morgendlichen Presserunde von Erfolgen im Kampf gegen Korruption oder von Erlösen aus der Versteigerung beschlagnahmter Luxuskarossen. Alles schön, alles gut, die Umfragewerte liegen bei mehr als 70 Prozent. Nun aber stösst seine populistische Politik an Grenzen, an tödliche Grenzen.

Die bestialische Tötung einer jungen Frau und die Entführung und Ermordung einer Siebenjährigen schockieren das Land. Es sind keine Einzelfälle. Jeden Tag werden im Schnitt zehn Frauen in Mexiko ermordet. Doch die Politik tut kaum etwas. Der Präsident sieht in der Debatte stattdessen eine Medienverschwörung, um seine Regierung schlechtzumachen. Und die Schuld für die Gewalt an Frauen trage ohnehin der Neoliberalismus, sagt Lopez Obrador.

Das ist respektlos gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen, und auch gefährlich: Einmal für Lopez Obradors geliebte Umfragewerte, vor allem aber für die Frauen selbst. Sie brauchen keine Ausreden und keine Ablenkungsmanöver, sondern konkrete Massnahmen, allen voran eine rigorose Verfolgung und Verurteilung der Täter.

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