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«America first» trifft auf «Make in India»

US-Präsident Donald Trump ist in Indien. Er will mit «dem Volk» und mit Unternehmern zusammentreffen.

Erste Indien-Reise als US-Präsident: Donald und Melania Trump in Ahmedabad. (24. Februar 2020) Bild: Al Drago/Reuters
Erste Indien-Reise als US-Präsident: Donald und Melania Trump in Ahmedabad. (24. Februar 2020) Bild: Al Drago/Reuters
Reuters

Vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen hat US-Präsident Donald Trump am Montag seinen ersten Staatsbesuch in Indien begonnen.

Regierungschef Narendra Modi empfing den US-Präsidenten und dessen Ehefrau Melania im grössten Kricket-Stadion der Welt in der Stadt Ahmedabad. Zum Sonnenuntergang wollte das US-Präsidentenpaar danach zum weltberühmten Mausoleum Taj Mahal fliegen.

US-Präsident Donald Trump und der indische Premier Narendra Modi umarmen sich während des Auftritts im Cricket-Stadion von Ahmedabad. (24. Februar 2020) Bild: Al Drago/Reuters
US-Präsident Donald Trump und der indische Premier Narendra Modi umarmen sich während des Auftritts im Cricket-Stadion von Ahmedabad. (24. Februar 2020) Bild: Al Drago/Reuters

Nach den medienwirksamen Auftritten am Montag sollen am Dienstag bilaterale Gespräche in Neu Delhi stattfinden. Konkrete Ergebnisse werden von dem Staatsbesuch nur wenige erwartet. Die Handelsbeziehungen zwischen den beiden grössten Demokratien der Welt sind seit langem problematisch und haben sich unter Trump und Modi weiter verschlechtert. Trumps Parole «Amerika zuerst» steht Modis Mantra «Make in India» (etwa: Produziert in Indien) gegenüber.

«König der Zölle»

Washington stösst sich an der traditionell protektionistischen Handelspolitik Indiens. Trump bezeichnete das Land als «König der Zölle». Vor dem Staatsbesuch sagte er, das asiatische Land habe «uns viele, viele Jahr sehr, sehr hart getroffen».

Bewaffnete Polizisten bewachen das Taj Mahal, das Donald und Melania Trump bei Sonnenuntergang besuchen wollen. Bild: Rupak De Chowdhuri/Reuters
Bewaffnete Polizisten bewachen das Taj Mahal, das Donald und Melania Trump bei Sonnenuntergang besuchen wollen. Bild: Rupak De Chowdhuri/Reuters

Laut Medienberichten könnten Trump und Modi kleinere Abkommen unterzeichnen, in dem es um die Einfuhr von Harley-Davidson-Motorrädern und US-Milchprodukten sowie Rüstungsverträge geht. Doch auch wenn ein 2,4 Milliarden-Dollar-Deal für US-Helikopter unterzeichnet werden könnte, bleibt Russland der grösste Rüstungspartner Indiens. Auch um die Lieferung von sechs Atomreaktoren könnte es gehen, Ergebnis eines Nuklearvertrags aus dem Jahr 2008.

Gemeinsame Sorge

In politischer Hinsicht blicken beide Staaten mit Sorge auf das Machtstreben Chinas, in der Verteidigungspolitik arbeiten sie enger zusammen. Hingegen reagierte Indien empört auf Trumps Vermittlungsangebot im Kaschmirkonflikt mit Pakistan und auf Kritik aus Washington an dem umstrittenen indischen Staatsbürgerschaftsgesetz. Kritiker werfen Modis hinduistisch-nationalistischer Partei BJP vor, damit die 200 Millionen Muslime im Land zu diskriminieren. Die landesweiten Proteste gegen das Gesetz dauern an.

US-Präsident Donald Trump auf dem Weg zum Sardar Patel Stadium in Ahmedabad. (24. Februar 2020) Bild: Anushree Fadnavis/Reuters
US-Präsident Donald Trump auf dem Weg zum Sardar Patel Stadium in Ahmedabad. (24. Februar 2020) Bild: Anushree Fadnavis/Reuters

Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters will Trump bei seinen Gesprächen mit Modi seine Besorgnis über die Achtung der Religionsfreiheit in dem mehrheitlich hinduistischen Land zum Ausdruck bringen. Diese sei «äusserst wichtig für seine Regierung».

Freundschaftsgeste und Wahlkampfaktion

Auf dem Flug nach Indien twitterte Trump aus der Präsidentenmaschine Air Force One in Hindi, er freue sich sehr auf Indien. Bei seiner Ankunft in dem Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern wurde er am Strassenrand von mehreren tausend Menschen begrüsst - deutlich weniger als die von Trump bei einem Wahlkampfauftritt in den USA in Aussicht gestellten «sechs bis zehn Millionen Menschen».

Auch Gegner von Trumps Besuch haben sich auf der Strasse versammelt, hier in Kochi. (24. Februar 2020) Bild: Sivaram V./Reuters
Auch Gegner von Trumps Besuch haben sich auf der Strasse versammelt, hier in Kochi. (24. Februar 2020) Bild: Sivaram V./Reuters

Modi revanchierte sich mit dem Empfang im Kricket-Stadion bei seinem Gast aus den USA. Trump hatte sich im September zusammen mit Modi bei einer Veranstaltung in einem Fussballstadion im US-Bundesstaat Texas gezeigt.

Der Auftritt wurde als Freundschaftsgeste gewertet, aber auch als Wahlkampfaktion an die Adresse der rund vier Millionen indischstämmigen Menschen in den USA, die traditionell mehrheitlich die oppositionellen Demokraten wählen.

SDA/red

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