Trump erntet Spott nach Rede mit historischen Fehlern

Der US-Präsident hat am Independence Day eine merkwürdige Geschichte über Lufteinsätze der Armee gegen die britischen Besatzer erzählt.

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In der ebenso pompösen wie umstrittenen Rede haben aufmerksame Zuhörer gleich zwei historische Fehler entdeckt. So behauptete Trump, US-Unabhängigkeitskämpfer hätten «die Kontrolle über Flughäfen übernommen» – im Juni 1775, als es weltweit weder Flugzeuge noch Flughäfen gab: «Die Armee war in der Luft, sie rannte gegen Befestigungsanlagen an, sie erkämpfte Flughäfen, sie machte alles, was zu machen war», so der US-Präsident.

Trump sprach hinter schusssicherem Glas vor Zehntausenden Menschen auf der National Mall im Zentrum von Washington. Quelle: Twitter

Offenbar hatte Trump Probleme, den Text vom Teleprompter richtig abzulesen, berichtet die Washington Post.

In den sozialen Netzwerken blieb der Spott über Trumps Fauxpas nicht aus, der US-Präsident wurde vorgeführt – einmal mehr mit eigenem Hashtag (#RevolutionaryWarAirportStories).

Schauspieler George Takei (Raumschiff Enterprise) tweetete: «Offenbar nahmen wir den Briten den La-Guardia-Flughafen 1776 ab und versuchen nun seit 243 Jahren, ihn zurückzugeben.»

Takeis Schauspiel-Kollegin Bette Midler spottete: «Lieber Donald Trump, es fiel mir gerade auf, dass Sie und mein Urururgrossvater auf demselben Flug im Jahr 1812 waren.»

Der Kreativität der Internetnutzer ist keine Grenze gesetzt.

An anderer Stelle ordnete Trump die Schlacht um Fort McHenry fälschlicherweise dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu und nicht dem Britisch-Amerikanischen Krieg einige Jahre später.

Der US-Präsident hatte die Geschichte der USA und ihre Streitkräfte ins Zentrum der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli gerückt. Er hielt sich bei seiner einstündigen Ansprache offenbar an einen Text, den er von einem Teleprompter ablas.

Schwer lesbar im Regen

Angesprochen auf seine Falschaussagen erklärte Trump: «Der Regen hat den Teleprompter ausgeknockt. Das ist kein gutes Gefühl, wenn sie im Fernsehen vor Millionen und Abermillionen Menschen stehen», so Trump.

Doch auch darauf hatte die Internetgemeinde eine Reaktion parat: Der verstorbene US-Senator John McCain, der sich des Öfteren gegen Trump gewendet hatte, soll persönlich für das schlechte Wetter gesorgt haben.

Sowohl die grosse Militärshow in der Hauptstadt Washington als auch der Auftritt des US-Präsidenten bei dem Volksfest am zentralen Lincoln Memorial brachen mit der bisherigen Praxis politischer Zurückhaltung an jenem Feiertag. Politiker der oppositionellen Demokraten warfen Trump vor, sich 16 Monate vor der Präsidentschaftswahl auf Kosten der Steuerzahler in Szene setzen zu wollen. (red/afp)

Erstellt: 05.07.2019, 18:39 Uhr

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