«Trump gefährdet unsere Natur und unsere Kinder»

Die Politik des US-Präsidenten könnte die Erde in einen unwirtlichen Planeten verwandeln, sagt Physiker Stephen Hawking.

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Der Ton in der Fehde zwischen Wissenschaftler Stephen Hawking und US-Präsident Donald Trump wird rauer: «Mit seiner Abkehr vom Pariser Klimaabkommen fügt Donald Trump unserem wunderschönen Planeten Schaden zu, der verhindert werden könnte. Er gefährdet unsere Natur, uns und unsere Kinder», sagt der britische Physiker in einem exklusiven Interview mit BBC.

Trumps Politik könnte die Erde in einen unwirtlichen Planeten verwandeln. «Wir sind nahe an dem Punkt, an dem sich die Klimaerwärmung nicht mehr umkehren lässt. Trumps Handeln könnte die Bedingungen auf der Erde in eine Richtung verändern, wie sie auf der Venus herrschen, mit Temperaturen von 250 Grad Celsius und Schwefelsäure-Regen», sagt der Cambridge-Professor weiter.

Der «Demagoge» mit «schlecht informierten Wählern»

Es ist nicht das erste Mal, dass der britische Wissenschaftler sich kritisch über Donald Trump äussert. Als er vor den Wahlen im Mai 2016 gefragt wurde, wie er sich den Aufstieg des Immobilien-Tycoons zum Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner erkläre, sagte er: «Das kann ich nicht.» Er bezeichnete Trump in der Sendung «Good Morning Britain» als «Demagogen, der das tiefste gemeinsame Niveau anzusprechen scheint».

Vier Monate nach den Präsidentschaftswahlen sagte Hawking in der gleichen Sendung, Trumps Wähler seien weder liberal noch gut informiert. Diese zu befriedigen, sei Trumps oberstes Ziel, was sein Versprechen, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen, zeige. «Die Reaktionen auf die Wahl von Donald Trump mögen übertrieben sein, aber sie stellt einen Rechtsrutsch und den Wandel zu einer autoritären Politik dar», sagte er weiter.

Trotzdem halte er sich gerne in den USA auf. «Ich habe dort viele Freunde und Kollegen, und es ist immer noch ein Ort, den ich mag und auf so verschiedene Weise bewundere.» Allerdings befürchte er, dort nach seiner Demagogen-Aussage nicht mehr willkommen zu sein.

«Ich fürchte, ich bin dort nicht mehr willkommen»: Stephen Hawking spricht im Interview von «Good Morning Britain» über die USA nach der Wahl von Donald Trump. (Video: Youtube/Good Morning Britain)

Menschheit hat noch 100 Jahre

Erst kürzlich hatte Hawking vor dem Klimawandel gewarnt. Schon in 100 Jahren könne die Menschheit nicht mehr auf der Erde leben und müsse auf Kolonien im Weltraum ausweichen. In der BBC-Dokumentation «Expedition New Earth» prüfen Wissenschaftler aus dem Umfeld von Hawking, ob die Besiedlung anderer Himmelskörper realistisch ist.

Dass sich die klimatischen Bedingungen einem kritischen Punkt nähern, darauf weist auch der UNO-Klimarat IPCC hin. «Wann der Klimawandel ein Niveau erreicht, das zu irreversiblen Veränderungen führt, bleibt ungewiss, aber das Risiko wird mit steigenden Temperaturen grösser», heisst es im fünften Weltklimabericht.

«Um amerikanische Jobs zu schützen»

Trump hatte Anfang Juni bekannt gegeben, sein Land werde das Pariser Klimaabkommen «ab sofort» nicht mehr umsetzen. «Um amerikanische Jobs, Unternehmen und Arbeiter zu schützen, haben wir die USA aus dem einseitigen Pariser Klimaabkommen herausgezogen», verteidigte Trump seine Entscheidung. «Ich möchte Ihnen sagen, dass wir stolz darauf sind», fügte er hinzu. «Und vielleicht werden wir eines Tages zurückkehren, aber es wird zu besseren Bedingungen sein.»

Das globale Abkommen gilt als Meilenstein im Kampf gegen den Klimawandel und soll die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter beschränken. (ij/afp)

Erstellt: 03.07.2017, 14:25 Uhr

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