Trump holt Exxon-Chef und Klima-Skeptiker an Bord

Russland-Freund und CEO von Exxon Rex Tillerson wird US-Aussenminister in Trumps Kabinett. Rick Perry wird Energieminister.

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Ein Geschäftsmann ohne politische Erfahrungen und mit engen Beziehungen zu Russland soll Aussenminister werden, das Energieressort geht an einen erklärten Klimawandel-Skeptiker und Förderer der Ölindustrie.

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat sich für seinen Chefdiplomaten entschieden. Der Chef des Mineralölkonzerns Exxon Mobil, Rex Tillerson, solle Aussenminister werden, teilte Trumps Übergangsteam am Dienstag in New York mit. Wie die Nachrichtenagentur AP aus informierten Kreisen erfuhr, ist auch das Energieressort vergeben: an Trumps früheren Rivalen Rick Perry.

Vorbehalte im Senat

Die Personalie Tillerson ist besonders umstritten, weil der Manager enge Geschäftskontakte zu Russland und im Speziellen zu Präsident Wladimir Putin pflegt. Das könnte seine Bestätigung durch den Senat erschweren, wo auch viele Republikaner jegliche Verbindung nach Russland mit Sorge sehen – vor allem seit die CIA bekanntgegeben hat, dass russische Hacker zugunsten Trumps Einfluss auf die US-Wahl nehmen wollten. Sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus wurden Untersuchungen zu den CIA-Erkenntnissen eingeleitet.

Für den diplomatischen Spitzenposten waren auch der frühere Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, und New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani im Gespräch. Trump entschied sich nun aber für den Seiteneinsteiger Tillerson. In einer Twitter-Mitteilung hatte der Rechtspopulist den ExxonMobil-Chef kürzlich als «Weltklasse-Akteur und Dealmaker» gewürdigt.

Der frühere Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, räumte im sozialen Netzwerk Facebook ein, dass er nicht mehr im Rennen sei.

Laut dem Sender CNN hatte Trump ihn angerufen, um ihm mitzuteilen, dass er nicht ausgewählt worden sei. Davor war bereits klar, dass sich der treue Trump-Unterstützer und frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani keine Hoffnungen mehr auf den Posten machen kann.

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Rick Perry soll Energieressort leiten

Perrys Nominierung zum Energieminister wurde noch nicht öffentlich verkündet. Die Nachrichtenagentur AP erfuhr aber von zwei Gewährsleuten, die nicht genannt werden wollten, dass die Entscheidung gefallen sei. Auch die Sender CBS und NBC berichteten in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) unter Berufung auf Trumps Umfeld, dass Trump dem früheren Gouverneur von Texas, Rick Perry, das Energieressort anvertraut.

Trump hatte Perry am Montag in New York empfangen. Der 66-Jährige hatte Ende 2000 das Amt des texanischen Gouverneurs von George W. Bush übernommen, als der US-Präsident wurde, und den Bundesstaat bis Anfang des vergangenen Jahres regiert. Er war sowohl bei der diesjährigen Präsidentschaftswahl als auch bei der vorherigen als Bewerber für die Nominierung der Republikanischen Partei angetreten.

In Erinnerung blieb vor allem eine TV-Debatte 2011, bei der sich Perry blamierte, als er sich an eines von drei Ministerien, die er abschaffen wollte, nicht erinnern konnte. «Ups» entfuhr es ihm. Später fiel es ihm wieder ein: Es war das Energieministerium.

Trumps Kinder übernehmen Privatgeschäft

Weiter kündigte der künftige US-Präsident Trump an, er wolle die Leitung seiner Privatgeschäfte vor der Amtsübernahme in wenigen Wochen seinen Kindern übertragen. «Obwohl mich das Gesetz nicht dazu verpflichtet, verlasse ich meine Unternehmen vor dem 20. Januar, um mich voll auf die Präsidentschaft zu konzentrieren», schrieb der Immobilienmilliardär am Montagabend (Ortszeit) im Kurznachrichtendienst Twitter.

Seine Söhne Donald Jr. und Eric würden die Unternehmen künftig zusammen mit Geschäftsführern leiten. «Während meiner Amtszeit(en) werden keine neuen Geschäfte abgeschlossen.»

Bildstrecke: Das Leben des Donald Trump

Trumps weitverzweigte Geschäftsaktivitäten sind eine potenzielle Quelle zahlreicher Interessenkonflikte. Ursprünglich hatte der 70-jährige Multimilliardär für Donnerstag dieser Woche eine Pressekonferenz angekündigt, auf der er zum künftigen Umgang mit seinen geschäftlichen Aktivitäten Stellung nehmen wollte. Am Montag verschob er diesen Termin auf den Monat Januar.

(cpm/afp/sda)

Erstellt: 13.12.2016, 12:13 Uhr

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