«Menschen sterben durch das Rauchen von E-Zigaretten»

450 Erkrankte, 6 Tote in den USA: Sind E-Zigis daran Schuld? Präsident Donald Trump und die FDA kündigen ein scharfes Vorgehen an.

«E-Zigaretten dürfen nicht dazu führen, dass Menschen krank werden»: US-Präsident Trump zieht ein Verbot in Betracht. (11. September 2019) Bild: Leah Millis/Reuters

«E-Zigaretten dürfen nicht dazu führen, dass Menschen krank werden»: US-Präsident Trump zieht ein Verbot in Betracht. (11. September 2019) Bild: Leah Millis/Reuters

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Die US-Gesundheitsbehörden sind alarmiert über eine Welle von schweren Lungenerkrankungen, bei denen ein Zusammenhang mit E-Zigaretten vermutet wird. Mehr als 450 Fälle sind bislang bekannt, sechs der betroffenen Patienten starben. Viele der Erkrankten sind junge Leute.

Die Betroffenen leiden unter Symptomen wie Atemproblemen und Brustschmerz, viele mussten künstlich beatmet werden. Mehrere Jugendliche liegen im künstlichen Koma, einer von ihnen braucht nach Angaben seiner Ärzte voraussichtlich eine Lungentransplantation.

Präsident Donald Trump kündigte am Mittwoch im Weissen Haus «sehr strenge» Vorschriften für Hersteller an und bezeichnete die Nutzung von E-Zigaretten als «grosses Problem». Seine Frau Melania und er seien als Eltern beunruhigt über die Erkrankungswelle im Zusammenhang mit E-Zigaretten. «Menschen sterben durch das Rauchen von E-Zigaretten.»

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Vordergründig wurde das geplante Verbot nicht mit den bekanntgewordenen Todesfällen begründet, sondern mit dem zunehmenden Konsum durch Minderjährige. First Lady Melania Trump hatte bereits vor einigen Tagen ihre Sorge über den Konsum von E-Zigaretten von Kindern geäussert und auf Twitter von einer «wachsenden Epidemie» gesprochen.

Auch Melania Trump nahm Teil an einer Diskussionsrunde im Weissen Haus zum Rauchen von E-Zigaretten. Bild: Leah Millis/Reuters

Die Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) arbeite Richtlinien aus, mit der alle Geschmacksrichtungen mit Ausnahme von Tabak vom Markt verbannt werden sollen, sagte Gesundheitsminister Azar. Es gibt viele verschiedene E-Zigaretten und Tausende sogenannte Liquids - also Flüssigkeiten, die verdampft werden.

Junge Leute als Zielgruppe

Azar beklagte, dass immer mehr Schulkinder E-Zigaretten rauchten, die nach Mint, Früchten, Alkohol oder Kaugummi schmeckten. Liquids, die nach Tabak schmecken, seien von der geplanten Regelung ausgenommen, weil Erwachsene die E-Zigaretten «brauchen könnten, um mit dem Rauchen von Zigaretten oder Zigarren aufzuhören», sagte Azar. Sollte sich aber herausstellen, dass Minderjährige auf Produkte mit Tabakgeschmack umsteigen, seien weitere Massnahmen denkbar.

Die Nahrungsmittelaufsichtsbehörde FDA erläuterte, dass die E-Zigaretten mit Aromastoffen deshalb verboten sollten, weil sie von den Herstellern gezielt für junge Leute bestimmt seien.

Verbreiteter Konsum bei Schülern

Laut vorläufigen Zahlen hat demnach mehr als ein Viertel der Oberschüler im Land in den vergangenen 30 Tagen E-Zigaretten konsumiert. Die grosse Mehrheit von ihnen bevorzugt E-Zigaretten mit Frucht-, Menthol- oder Pfefferminzgeschmack.

Meldungen über ungeklärte Lungenerkrankungen, die nach dem Konsum von E-Zigaretten auftreten, hatten sich in den USA in den vergangenen Monaten gehäuft. Die Ursache dafür ist aber noch nicht geklärt. Viele der Betroffenen hatten Liquids mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert. In einigen US-Bundesstaaten ist der Verkauf von entsprechenden THC-Produkten erlaubt.

In der Schweiz und Europa ist bislang kein ähnlicher Anstieg solcher Fälle bekannt. Die Beschwerden scheinen sich auf Benutzer von E-Zigaretten in den Vereinigten Staaten zu beschränken.

Gift in Filtern der E-Zigaretten von Philip Morris Das Blaue Kreuz weist gefährliche Stoffe in den Filtern der E-Zigaretten von Philip Morris nach. Der Konzern beteuert, diese würden nicht eingeatmet. (7. 4. 2019/Abo+) (oli/sda)

Erstellt: 11.09.2019, 22:34 Uhr

British American Tobacco will 2300 Stellen streichen

Der Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) will aufgrund des rückläufigen Zigaretten-Absatzes in seinen Hauptmärkten 2300 Stellen streichen. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in London mit. Hintergrund sei zudem die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Aufsicht über neue Alternativen zum Rauchen zu erhöhen.

Der Konzern geht davon aus, die Stellen bis Januar kommenden Jahres gestrichen zu haben. Davon betroffen sein soll auch jeder fünfte Job im Management. BAT-Chef Jack Bowles will den unter Druck stehenden Konzern umbauen und die Kosten reduzieren. 2018 waren mehr als 95 000 Mitarbeiter für den Zigarettenhersteller tätig. (sda)

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