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«Gehen Sie zurück zu Univision»

Eklat bei einer Pressekonferenz mit Donald Trump: Der republikanische Präsidentschaftsbewerber stritt sich mit dem Moderator eines spanischsprachigen TV-Senders.

Donald Trump lässt den Journalisten Jorge Ramos nach einer unangenehmen Frage aus dem Saal werfen: Pressekonferenz in Dubuque (25. August 2015).
Donald Trump lässt den Journalisten Jorge Ramos nach einer unangenehmen Frage aus dem Saal werfen: Pressekonferenz in Dubuque (25. August 2015).
Scott olson, AFP
Und schon wieder tut ers. Donald Trump legte sich mit den Latinos an.
Und schon wieder tut ers. Donald Trump legte sich mit den Latinos an.
Scott olson, AFP
In einem Tweet hatte sich der Milliardär ebenfalls abfällig gegenüber der Moderatorin Megyn Kelly des Senders Fox News geäussert. Er habe ihre Show lieber gemocht, als sie weg gewesen sei.
In einem Tweet hatte sich der Milliardär ebenfalls abfällig gegenüber der Moderatorin Megyn Kelly des Senders Fox News geäussert. Er habe ihre Show lieber gemocht, als sie weg gewesen sei.
Don Emmert, AFP
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Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat sich mal wieder mit den Latinos im Land angelegt. Bei einer live im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz liess er den Star-Moderator des spanischsprachigen US-Senders Univision, Jorge Ramos, von Sicherheitsleuten entfernen.

(Video: Youtube/FOX 10 Phoenix)

Als Ramos aufgestanden war, um Trump eine Frage zu stellen, hatte Trump einen anderen Journalisten dran genommen. Als Ramos darauf bestand, seine Frage los zu werden, reagierte Trump gereizt. «Entschuldigung, setzen Sie sich, sie wurden nicht dran genommen. Setzen Sie sich», sagte der US-Milliardär. Ramos insistierte: «Ich habe das Recht, eine Frage zu stellen.» Als sich die Sicherheutsleite näherten rief Ramos: «Sie können nicht elf Millionen Leute abschieben». «Gehen Sie zurück zu Univision», entgegnete Trump, bevor Sicherheitsleute den bilingualen Journalisten aus dem Saal brachten. Während Ramos aus dem Saal geführt wird rief er: «Sie können keine 1900 Meilen lange Mauer bauen.» Trump will einen langen Grenzzaun im Süden der USA errichten.

«Es ist mir egal, ob er zurück kommt»

Trump wurde später von anderen Journalisten auf den Vorfall angesprochen. Er beteuerte, dass er Ramos nur dazu habe bewegen wollen, sich an die Regeln der Pressekonferenz zu halten. «Ich hätte die Fragen in zwei Sekunden angenommen, aber er ist aufgestanden und hat angefangen rumzuschreien», beklagte sich der Präsidentschaftsbewerber und fügte hinzu: «Es ist mir egal, ob er zurück kommt.»

(Video: Youtube/YouLatestNews)

Ramos kam schliesslich zurück und stellte Trump eine Reihe von Fragen zu seinen umstrittenen Vorstellungen zur Einwanderungspolitik. «Ihr Einwanderungsplan ist voller leerer Versprechungen», schleuderte der Journalist Trump entgegen. «Sie können nicht Kindern, die in diesem Land geboren wurden, die Staatsbürgerschaft verweigern», sagte er. Trump widersprach. Einige der grössten Rechtsexperten seien sich einig, dass dies nicht wahr sei. Doch Ramos liess nicht locker. Im Übrigen kämen 40 Prozent der illegal eingereisten Migranten über Flughäfen ins Land, nicht über die Grenze zu Mexiko. Trump widersprach erneut. Ein Bericht der Denkfabrik Pew Hispanic Center legt jedoch nahe, dass bis zu 45 Prozent der illegal Eingereisten mit einem Visum ins Land kommen, allerdings länger als erlaubt bleiben.

Ramos und Trump waren schon früher wegen Trumps Ankündigung aneinander geraten, im Falle seiner Wahl zum US-Präsidenten einen Grossteil der elf Millionen illegal in den USA lebenden Einwanderer ausser Landes bringen zu lassen. «Das ist etwas Persönliches. Wenn er über Einwanderer redet, redet er über mich», hatte Ramos am Montag dem Sender CNN gesagt.

Trumps Beleidigungen

Mitte Juni hatte Trump bei der Bekanntgabe seiner Präsidentschaftsbewerbung gesagt, wenn «Mexiko seine Leute schickt, schicken sie nicht die besten.» Pauschal warf er den Mexikanern vor: «Sie bringen Drogen, sie bringen Kriminalität, sie sind Vergewaltiger.»

Die Äusserungen hatten in den USA und in Lateinamerika heftige Kritik ausgelöst, Trump weigerte sich allerdings, sich zu entschuldigen. In den folgenden Wochen legte er immer wieder nach. In den Umfragen liegt Trump vor all seinen republikanischen Mitbewerbern.

Twitter-Attacke gegen die Moderatorin Megyn Kelly

Bei der Pressekonferenz in Dubuque kam auch Trumps Streit mit der beim konservativen Sender Fox News beschäfigten Moderatorin Megyn Kelly zur Sprache, die er erneut attackiert hatte. Senderchef Roger Ailes forderte am Dienstag eine Entschuldigung.

Hintergrund war ein Tweet Trumps, in dem er anlässlich ihrer Rückkehr aus dem Urlaub am Montagabend erklärte, dass er ihre Show lieber gemocht habe, als sie weg gewesen sei. Kelly «muss schreckliche Ferien gehabt haben», weil «sie echt neben der Spur» sei. Zudem retweetete Trump eine Nachricht, in der die Journalistin als «Tussi» bezeichnet wird.

Fox-News-Chef Ailes kritisierte das Verhalten des Milliardärs als «ebenso inakzeptabel wie verstörend». Kelly stehe für das Beste, was den amerikanischen Journalismus ausmache.Der gesamte Sender weise die kruden und unverantwortlichen Versuche zurück, etwas anderes zu behaupten.

Trump widersprach Ailes' Worten. Er glaube nicht, dass Kelly eine Qualitätsjournalistin sei, erklärte er in einer Stellungnahme. In Dubuque sagte er später: «Sie sollte sich wahrscheinlich bei mir entschuldigen, aber mir ist das egal», sagte er.

(AFP)

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