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Trump setzt Wahlkampfleiter vor die Tür

Donald Trump trennt sich von seinem engen Mitstreiter Corey Lewandowski. Zuletzt sind die Umfragewerte des Präsidentschaftskandidaten tief gesunken.

Unruhe hinter den den Kulissen: Donald Trump macht Corey Lewandowski für die zuletzt schlechten Umfragwerte verantwortlich. (15. März 2016)
Unruhe hinter den den Kulissen: Donald Trump macht Corey Lewandowski für die zuletzt schlechten Umfragwerte verantwortlich. (15. März 2016)
Erik S. Lesser, Keystone

Nur vier Wochen vor dem entscheidenden Parteitag der Republikaner in Cleveland und gut vier Monate vor der Präsidentschaftswahl hatten sich der innere Zirkel des Trump-Teams und die Kinder des Milliardärs am Montag in New York getroffen. Angesichts schlechter Umfragewerte und schlechter Presse in den vergangenen Wochen wollten sie über die weitere Strategie im Wahlkampf beraten. Ein Opfer wurde nun gefunden: Wahlkampfmanager Corey Lewandowski. Er ist nun entlassen worden.

Lewandowski arbeite nicht länger für die Mannschaft des Immobilienunternehmers, sagte Trumps Sprecherin Hope Hicks am Montag. Mit diesem Schritt will Trump offenbar auf führende Republikaner zugehen, die ihn im Rennen um das Weisse Haus bisher nicht unterstützen. Für ihre Ablehnung wurden auch Lewandowski und seine aggressiver Wahlkampf mitverantwortlich gemacht.

Ein öffentliches Eingeständnis?

Zudem hatte es nach Angaben Eingeweihter interne Konfrontationen zwischen Lewandowski und langjährigen Mitarbeitern der Partei gegeben, die in das Team geholt worden waren, um Trumps Wahlkampf für die Präsidentenwahl im November professioneller zu machen. Der Milliardär hatte mit umstrittenen Äusserungen nicht nur Teile der US-Gesellschaft gegen sich aufgebracht, sondern auch für Entsetzen unter den Republikanern gesorgt. Auf dem Nominierungsparteitag im Juli muss Trump erst noch offiziell zum Kandidaten gekürt werden – auch wenn der Vorwahlrummel jetzt vorbei ist und er daraus als Sieger hervorging.

Lewandowskis Rauswurf sei das «erste grössere öffentliche Eingeständnis von Donald Trump, dass sein Wahlkampf nicht gut läuft», sagte der republikanische Stratege Ryan Williams. Lewandowski wies in einer ersten Stellungnahme jede Kritik am bisherigen Wahlkampf zurück. Stattdessen sagte er, Wahlkampfpräsident Paul Manafort sei seit dem 7. April für Trumps Wahlkampf verantwortlich gewesen. «Das ist Tatsache», sagte er nach seiner Entlassung.

Grosser Widerstand bei den Republikanern

Lewandowski hatte seit Beginn der Präsidentschaftsbewerbung Trumps für den Milliardär gearbeitet und grossen Einfluss auf ihn. Forderungen nach erfahreneren Beratern für den Kandidaten wies er immer wieder zurück. Im April sah er sich mit Rücktrittsforderungen konfrontiert, weil er mit einer Reporterin aneinandergeraten war, die Trump Fragen stellen wollte.

Trump selbst stösst trotz seiner Vorwahlsiege immer noch auf erheblichen Widerstand bei den Republikanern. Grössen wie Paul Ryan, der Vorsitzende des Repräsentantenhauses oder Mitch McConnell, der republikanische Mehrheitsführer im US-Senat, entsagen ihm bisher ihre Unterstützung.

Kaum Beziehungen zur Parteispitze

Lewandowski habe kaum Beziehungen zum Nationalkomitee der Republikaner und zu führenden Parteimitgliedern gehabt, sagte ein Eingeweihter. Dies sei einer der Hautgründe für seine Entlassung gewesen. Zudem sei er Verfechter der Strategie «Lass Trump Trump sein» gewesen und habe sich dagegen gewandt, dass Trump mehr politisch erfahrene Köpfe brauche. Auch soll er sich dagegen ausgesprochen haben, dass Trump seine Rhetorik mässigen sollte. In diesen Fragen sei er mit den neuen Kräften im Team auf Konfrontationskurs gewesen.

«Den Wahlkampfmanager im Juni zu feuern, ist nie gut», sagte Kevin Madden, ein langjähriger Mitarbeiter der Partei. «Der Wahlkampf muss sofort dramatisch verändert werden (...), um zu zeigen, dass es eine Kurskorrektur gab. Sonst ist es nur Kosmetik.»

Trump wird bei einer Nominierung aller Voraussicht nach im November gegen die Demokratin Hillary Clinton antreten. Auch die ehemalige Aussenministerin und Ex-First Lady muss noch von ihrer Partei nominiert werden.

SDA/fal

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