Trump spricht wie ein Fünftklässler

Eine Uni hat das Sprachlevel der US-Präsidentschaftsanwärter untersucht und sie einer Schulstufe zugeordnet – mit wenig schmeichelhaften Ergebnissen.

Simpler Wortschatz, einfache Sätze: Das Niveau von Donald Trumps Reden wird als tief eingeschätzt.

Simpler Wortschatz, einfache Sätze: Das Niveau von Donald Trumps Reden wird als tief eingeschätzt. Bild: Chuck Burton/Keystone

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Das Niveau des US-Präsidentschaftsrennens bewegt sich auf Stufe Primar- bis Sekundarschule. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der amerikanischen Carnegie-Mellon-Universität. Sie hat die Reden der demokratischen und republikanischen Kandidaten untersucht und diesen teils vernichtende Zeugnisse ausgestellt.

Die Analyse von Wortschatz und Grammatik zeigte: Zwischen den vier Bewerbern, denen noch Chancen auf die Präsidentschaft eingeräumt werden, gibt es grosse Unterschiede. Anhand der Wörter, die sie in den Reden benutzten und der Art, wie sie ihre Sätze formulierten, wurden sie einem Sprachlevel und einer Schulstufe zugeordnet. Die Ergebnisse sind wenig schmeichelhaft.

Republikaner: einfacher Wortschatz

Über den gesamten Wahlkampf hinweg gesehen, benutzt Donald Trump den einfachsten Wortschatz. Er entspricht dem Niveau eines etwa 12-jährigen Schülers. Auch grammatikalisch schneidet der Milliardär am schlechtesten ab. Seine Formulierungen könnten auch von einem Fünftklässler kommen. Ebenfalls simpel drückt sich Ted Cruz aus. Er landet bei beiden Kategorien auf dem zweitletzten Platz.

Die beiden Demokraten erhalten leicht bessere Noten. Punkto Grammatik haben sowohl Hillary Clinton als auch Bernie Sanders das Sprachlevel der ersten Sekundarklasse. Beim Wortschatz hebt sich Sanders deutlich von allen Konkurrenten ab und erreicht etwa das Niveau eines 17-jährigen Schülers. Clinton hingegen kann nicht durch komplexes Vokabular punkten und wird fast gleich schwach wie Cruz eingestuft.

Noch schlechter sieht es für die demokratische Spitzenkandidatin bei der Analyse der Reden zur Ankündigung der Kandidatur aus. Wie Trump benutzte Clinton hier einen Wortschatz, der einer 14-Jährigen entspricht. Auch bei der Formulierung ihrer Sätze schneiden die beiden am schlechtesten ab.

Niveau des Präsidentschaftsrennens nimmt ab

Die derzeitigen Kandidaten wurden zudem mit ehemaligen Präsidenten verglichen – und gaben auch hier kein gutes Bild ab. Die Studie kommt zum Schluss, dass das Sprachlevel des Präsidentschaftswahlkampfes im Vergleich zu früher nachgelassen hat. Von allen untersuchten Politikern benutzte Ex-Präsident Ronald Reagan die gehobensten Wörter, Trump hat das unterentwickeltste Vokabular. Die primitivsten Reden hielt laut Studie aber ein anderer: der ehemalige Präsident George W. Bush.

Erstellt: 18.03.2016, 17:51 Uhr

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