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Trump und Putin wollen IS gemeinsam bekämpfen

Trump telefonierte mit diversen Staatschefs, darunter auch Putin. US-Sanktionen gegen Russland wurden jedoch nicht angesprochen.

Telefonate mit etlichen Staatschefs: Donald Trump und sein Team im Oval Office. (28. Januar 2016).
Telefonate mit etlichen Staatschefs: Donald Trump und sein Team im Oval Office. (28. Januar 2016).
Getty/Drew Angerer

US-Präsident Donald Trump hat am Samstag erstmals seit seinem Amtsantritt mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin telefoniert. In dem Gespräch hätten die beiden Staatschefs vereinbart, bilaterale Beziehungen auf «Augenhöhe» anzustreben, teilte der Kreml mit. Zudem solle die Absprache zwischen den USA und Russland im Kampf gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien verbessert werden.

Der Kreml bezeichnete das Gespräch als einen «positiven» Austausch. Trump und Putin hätten über das Atomabkommen mit dem Iran, die Lage in der Ukraine, den Nahostkonflikt, die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea sowie die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Russland gesprochen. Das heikle Thema der US-Sanktionen gegen Russland sparten sie demnach aber aus. Trump hatte am Freitag erklärt, es sei noch zu früh, um über eine Aufhebung der Strafmassnahmen zu sprechen.

«Echte Koordination»

Zentrales Gesprächsthema war nach Angaben Moskaus der Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Trump und Putin hätten sich für eine «echte Koordination der russischen und amerikanischen Massnahmen zur Zerstörung des IS und anderer Terrorgruppen in Syrien» ausgesprochen. Trump hatte kürzlich erklärt, er stehe möglichen gemeinsamen Militäreinsätzen mit Russland gegen den IS offen gegenüber. Laut dem Kreml äusserten beide Präsidenten in dem Telefonat ihre Absicht, ein persönliches Treffen zu organisieren.

Trump hatte sich in den vergangenen Monaten wiederholt positiv über Putin geäussert und für eine engere Bindung an Russland plädiert. Putin war auch einer der ersten Staatschefs, die Trump zu dessen Wahlsieg im November gratulierten.

Vor Putin war Trump in telefonischem Kontakt mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dabei hätten sie die «fundamentale Bedeutung» der Nato für die transatlantischen Beziehungen und die Bewahrung von Frieden und Stabilität betont. Die Länder sollten für die kollektive Sicherheit ihren fairen Teil dazu beitragen. Trump hatte in der Vergangenheit immer wieder die europäischen Nato-Länder kritisiert, finanziell nicht genug beizutragen.

Kritischer Hollande

Die beiden Ländern wollten ihre bilateralen Beziehungen weiter ausbauen. In dem 45-minütigen Telefonat habe Trump auch seine Teilnahme am G20-Treffen in Hamburg im Juli zugesagt, teilte Merkels Sprecher Steffen Seibert am Abend in Berlin mit. Trump habe auch «seine Freude ausgedrückt», Merkel bald in Washington zu begrüssen.

Klare Worte fand Frankreichs Präsident François Hollande. Dieser habe in seinem Telefongespräch mit Trump vor einer Abschottung der USA gewarnt. In einer unstabilen Weltlage wie der heutigen sei dies eine Sackgasse. Auch forderte Hollande seinen US-Kollegen auf, das Prinzip der Aufnahme von Flüchtlingen zu respektieren, teilte das französische Präsidialamt mit.

Abe in Washington

Ein weiterer Gesprächspartner Trumps war Japans Regierungschef Shinzo Abe. Ihm sicherte Trump die volle Unterstützung der USA zu. Bei dem Gespräch sei es unter anderem um die Bedrohung des US-Verbündeten durch das nordkoreanische Atomprogramm gegangen.

Trump lud den japanischen Regierungschef für den 10. Februar zu einem Treffen nach Washington ein. Der neue US-Verteidigungsminister James Mattis werde «demnächst» nach Japan reisen, hiess es in der Mitteilung weiter.

Nach seinem Wahlsieg hatte Trump Abe Mitte November als ersten amtierenden Regierungschef empfangen. Eine seiner ersten Amtshandlungen war der Ausstieg der USA aus dem Freihandelsabkommen TPP. Damit brüskierte er auch seinen Handelspartner Japan. Abe kündigte nach der Entscheidung an, er wolle Trump davon überzeugen, an dem gemeinsamen Abkommen festzuhalten.

SDA/sep

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