Zum Hauptinhalt springen

Trumps Terror-Trick

Die USA vermischen Wirtschaft und Sicherheit.

Protektionismus durch die Hintertür: US-Präsident Donald Trump. Foto: Reuters
Protektionismus durch die Hintertür: US-Präsident Donald Trump. Foto: Reuters

Nach Washington hat auch London entschieden, auf Flügen aus gewissen Nahoststaaten den ­Gebrauch grösserer elektronischer Geräte zu verbieten. Auf den ersten Blick scheint dieser Schritt das Vorgehen der USA zu legitimieren. Doch gerade die Details der beiden Erlasse belegen das Gegenteil und entlarven die Hintergedanken der Amerikaner. Die Regierung Trump nutzt die Terrorgefahr, um Interessen heimischer Airlines zu schützen und ausländische Konkurrenz zu schwächen – «America first» eben.

Das britische Verbot betrifft auch heimische Anbieter wie British Airways oder Easyjet. Zudem sind – anders als im Edikt der USA – die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar davon ausgenommen. Beide Staaten setzen nachweislich hohe Sicherheitsstandards um. Die USA setzten sie dennoch auf die Liste – die Staaten, aus denen die härtesten Konkurrenten der US-Airlines stammen: Emirates, Etihad und Qatar graben United, Delta und American Marktanteile ab – mit attraktiven Preisen und besserem Service.

Die Amerikaner hingegen jammern, dass die Golf-Airlines unfaire staatliche Hilfen geniessen, und fordern seit Jahren, dass Washington die Konkurrenten einschränkt. Bei Präsident Barack Obama stiessen sie auf taube Ohren. Bei Donald Trump, der den Schutz von US-Arbeitsplätzen als eines seiner obersten Ziele definiert, ist das anders. Weil sich bestehende Abkommen über Start- und Landerechte ausländischer Fluggesellschaften aber nicht so einfach neu verhandeln lassen, entschied man sich offenbar für Protektionismus durch die Hintertür.

Der Einbezug der Hubs von Emirates, Etihad und Qatar in das Verbot schwächt die Golf-Konkurrenz. Gerade US-Geschäftsreisende überlegen sich nun, ob sie auf Asien- oder Afrikaflügen mit Golf-Airlines fliegen und auf den Laptop und wichtige Arbeitszeit an Bord verzichten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch