UNO kann Mitarbeiter im November kaum bezahlen

Die Vereinten Nationen erleben gemäss ihrem Generalsekretär die «schlimmste Geldkrise seit fast einem Jahrzehnt». Das kommt nicht von ungefähr.

Der Palais des Nations in Genf: Der Glanz trügt. (Keystone/Martial Trezzini/Archiv)

Der Palais des Nations in Genf: Der Glanz trügt. (Keystone/Martial Trezzini/Archiv)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Den Vereinten Nationen geht wegen schlechter Zahlungsmoral ihrer Mitgliedsstaaten nach den Worten von Generalsekretär Antonio Guterres das Geld aus, um ihre Mitarbeiter zu entlohnen. «Diesen Monat werden wir das grösste Defizit der Dekade erreichen», warnte Guterres am Dienstag in New York. «Wir riskieren, in den November zu gehen, ohne das Geld für die Gehälter unserer Mitarbeiter zu haben.»

Der Etat der UNO liegt 2019 bei rund 3,3 Milliarden Dollar (3,28 Milliarden Franken). Grösster Beitragszahler sind die USA, die 22 Prozent des Budgets bestreiten. Aktuell schuldet die Regierung in Washington der Staatengemeinschaft rund 380 Millionen Dollar für frühere Budgets und gut 670 Millionen Dollar für den Haushalt in diesem Jahr, zusammen also mehr als eine Milliarde Dollar.

129 Mitgliedsstaaten haben ihre Beiträge in Höhe von zusammen fast zwei Milliarden Dollar für 2019 nach UNO-Angaben bereits gezahlt. US-Präsident Donald Trump kritisiert, sein Land zahle einen unfair hohen Beitrag zum Budget der Vereinten Nationen, und fordert eine Reform.

Die Friedensmissionen der UNO werden aus einem separaten Topf finanziert. Das Budget für diese Einsätze beläuft sich im Haushaltsjahr bis zum 30. Juni auf 6,7 Milliarden Dollar, der Folgehaushalt bis Mitte 2020 umfasst 6,5 Milliarden Dollar. Auf die USA entfällt davon ein Anteil von 28 Prozent, das Land will jedoch nur 25 Prozent zahlen. Für die Friedensmissionen schuldet die Regierung in Washington den UNO aktuell 2,4 Milliarden Dollar. (fal/reuters)

Erstellt: 09.10.2019, 09:15 Uhr

Artikel zum Thema

Guterres lobt Klima-Aktivismus beim UNO-Jugendgipfel

Jugendliche hätten einen «Moment des Wandels» herbeigeführt, sagte der UNO-Generalsekretär anlässlich des ersten UNO-Jugendgipfels für Klimaschutz in New York. Mehr...

UNO macht Druck: Guterres fordert «netto null» bis 2050

UNO-Generalsekretär António Guterres lädt zum Klimagipfel nach New York und verlangt von Regierungen grössere Anstrengungen im Klimaschutz. Mehr...

«Von den sogenannten Superlöhnen bleibt nicht mehr so viel»

Serge Gaillard kritisierte die Gehälter der Spitzenbeamten. Sind die Löhne beim Bund gar höher als im Bankensektor? Dazu der Generalsekretär des Kadervereins. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Herbstlich gefärbte Weinberge: Winzer arbeiten in Weinstadt, im deutschen Baden-Württemberg. (17. Oktober 2019)
(Bild: Christoph Schmidt/DPA) Mehr...