US-Regierung verhängt Sanktionen gegen Irans Aussenminister

Das Vermögen von Mohammed Jawad Sarif in den USA sei eingefroren worden, teilt das Weisse Haus mit. Der Minister zeigt sich unbeeindruckt.

Kein Vermögen ausserhalb von Iran: Mohammed Jawad Sarif bei der Sicherheitskonferenz im Februar in München. (Keystone/Tobias Hase)

Kein Vermögen ausserhalb von Iran: Mohammed Jawad Sarif bei der Sicherheitskonferenz im Februar in München. (Keystone/Tobias Hase)

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Gegen Irans Aussenminister Mohammed Jawad Sarif wurden von der US-Regierung Sanktionen verhängt. Das verlautete am Mittwoch aus Regierungskreisen in Washington. Zur Begründung hiess es: «Sarif ist das internationale Gesicht dieses Regimes, der die Propaganda und die Desinformationskampagnen zur Unterstützung von Teherans Nuklearprogramm, ballistischen Raketen und Terrornetzwerken anführt.» Die neuen Sanktionen gegen den als moderat geltenden Aussenminister dürfte die Spannungen zwischen den beiden Ländern weiter verschärfen.

Auf Sanktionsliste gesetzt

Im Juni hatten die USA Sanktionen gegen Irans obersten Anführer, Ayatollah Ali Khamenei, und gegen mehrere hochrangige Angehörige der Revolutionsgarden verhängt. Die Regierung hatte zugleich angekündigt, auch Sarif auf die Sanktionsliste setzen zu wollen.

Sarifs Büro funktioniere als eine Verlängerung des Büros des Obersten Anführers. Die US-Regierung werde ihre Strategie des maximalen Drucks gegen den Iran fortsetzen. Weiter hiess es aus Regierungskreisen in Washington, ins Hauptquartier der Vereinten Nationen könne Sarif weiterhin reisen. Die Vereinigten Staaten würden sich weiter an ihre Verpflichtungen unter den entsprechenden Uno-Vereinbarungen halten. Die USA waren im Mai 2018 einseitig aus dem Atomdeal ausgestiegen. Mit harten Sanktionen gegen den iranischen Öl- und Bankensektor wollen sie die Führung in Teheran seitdem dazu zwingen, einem neuen Atomabkommen mit härteren Auflagen zuzustimmen.

Sarif: Kein Besitz in den USA

Der Ölsektor ist die Haupteinnahmequelle des Landes. Das Atomabkommen soll die Islamische Republik davon abhalten, Nuklearwaffen zu entwickeln.

Sarif äusserte sich derweil unbeeindruckt. Er und seine Familie hätten keinerlei Besitz ausserhalb des Irans, erklärte der Minister am Mittwoch über Twitter. «Danke, dass sie mich als so eine grosse Bedrohung ihrer Agenda wahrnehmen», schrieb er in offenbar sarkastischem Tonfall. Die Begründung der US-Regierung für die Sanktionen sei, dass er der wichtigste Sprecher des Irans auf der Weltbühne sei. «Ist die Wahrheit wirklich so schmerzhaft?» fragte er auf Twitter.

Bei Trump in Ungnade gefallen

Sarif gilt als einer der Architekten der Vereinbarung. Der in Teheran geborene Diplomat hatte beste Voraussetzungen für einen Durchbruch bei den Verhandlungen: Der 59-Jährige hat in San Francisco studiert, besitzt einen Doktortitel in Politologie von der Universität Denver und spricht perfekt Englisch.

Ausserdem war er von 2002 bis 2007 Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York, wo er schon damals mehrere inoffizielle Treffen mit US-Politikern hatte. Im Zuge der Verhandlungen für das Abkommen entwickelten Sarif und sein damaliger US-Kollege John Kerry eine gut funktionierende Arbeitsbeziehung, was angesichts der jahrzehntelangen Feindschaft zwischen den beiden Ländern bemerkenswert war. Der Demokrat Kerry nannte Sarif einen «Patrioten».

Trumps Regierung hingegen hat kein gutes Wort für den Diplomaten übrig. So bezeichnete Aussenminister Mike Pompeo Sarif und den iranischen Präsidenten Hassan Rohani im Februar auf Twitter als «Frontmänner einer korrupten religiösen Mafia». (fal/afp/sda)

Erstellt: 31.07.2019, 23:20 Uhr

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