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USA rüsten in Asien auf

Die US-Regierung will in Japan die Radarüberwachung von Nordkorea intensivieren und einen Abwehrschild gegen Raketen aufbauen. Im Fokus steht auch China.

Herzstück der Raketenabwehr: Seebasiertes X-Band-Radar der US-Streitkräfte im Golf von Mexiko im Juli 2005.
Herzstück der Raketenabwehr: Seebasiertes X-Band-Radar der US-Streitkräfte im Golf von Mexiko im Juli 2005.

Die USA wollen ihre Raketenabwehr in Asien ausbauen, das schreibt das «Wall Street Journal» (WSJ) in der heutigen Ausgabe. Obwohl in erster Linie Nordkorea im Fokus steht, soll das Abwehrsystem aber auch China militärisch entgegenwirken.

«Schwerpunkt ist Nordkorea», sagt Raketenabwehrexperte Steven Hildreth, der dem US-Kongress beratend zur Seite steht. Seit dem fehlgeschlagenen Raketentest im April blickt die ganze Region mit Sorge auf Nordkoreas Pläne und Machthunger. «Langfristig müssen wir auch China im Auge behalten», zitiert ihn das WSJ weiter. Herzstück des Abwehrsystems ist der Einsatz eines leistungsfähigen Frühwarnradars, bekannt als X-Band, auf einer noch unbekannten japanischen Insel im Süden. Seit Anfang Jahr haben die USA ein schwimmendes X-Band-System in der Region im Einsatz. Nun planen die militärischen Strategen eine permanente stationäre Überwachungsanlage. Kombiniert mit jenem Radar, das bereits seit 2006 in der nördlichen Präfektur Aomori in Betrieb ist, würde der Sensorbereich erheblich ausgeweitet.

Chinas Appell an die Stabilität

Derweil stecken Japan und die USA noch in Verhandlungen wegen einer zweiten Radaranlage. Laut «Wall Street Journal» könnte das System innert weniger Monate nach einer Einigung in Betrieb genommen werden – und sofort eine bessere Überwachung des Luftraums garantieren. Diskutiert wird zusätzlich noch eine dritte Sensortätigkeit im südöstlichen Teil Asiens, um Nordkorea und China «auszuleuchten». Potenzieller Standort sollen laut des US-Verteidigungsministeriums die Philippinen sein. China kommentierte die Pläne der USA nicht direkt. In einer Erklärung am Donnerstag hiess es, dass Raketenfragen mit grosser Diskretion behandelt werden sollten, um die Stabilität in der Region nicht zu gefährden. Chinas Aussenministerium hofft, dass die USA ihr Vorhaben sorgfältig angehen.

Die Pläne passen zur Verteidigungsstrategie von Präsident Barack Obama, die er Anfang Jahr präsentierte. Die USA verlagern einen Grossteil der Streitkräfte vom europäischen Raum in den Pazifik. Grund ist das massive Aufrüsten der See- und Luftstreitkräfte Chinas. So forschen die Chinesen beispielsweise an ballistischen Geschossen, die Flottenverbände und Flugzeugträger in der Region gefährden können. Langfristig geht es darum, wer im Pazifik die Ordnungsmacht ist – auch wirtschaftlich. So erregt Chinas zunehmend aggressive Haltung im Südchinesischen Meer grosse Besorgnis. Neben den Philippinen beschweren sich Japan sowie Vietnam über das Vorpreschen der Grossmacht in der Region. Es geht um Schifffahrtswege, Fischereigebiete und die Aufteilung der Öl- und Gasressourcen.

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