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USA senden Athen «deutliche Position» zu Öltanker

Washington verlangt von Griechenlands Regierung, den iranischen Tanker nicht zu unterstützen.

Die Grace 1 wurde nach der Beschlagnahmung in Adrian Darya-1 umgetauft und fährt nun unter iranischer Flagge. Foto: Jon Nazca/Reuters
Die Grace 1 wurde nach der Beschlagnahmung in Adrian Darya-1 umgetauft und fährt nun unter iranischer Flagge. Foto: Jon Nazca/Reuters

Der Schritt sei «sehr bedauerlich», sagte Pompeo am Montag im Sender Fox News. Sollte der Iran aus der Ladung Profit schlagen, hätten die Revolutionsgarden «mehr Geld, mehr Vermögen und mehr Ressourcen, um ihre Terroraktionen fortzusetzen». Die USA hatten von Gibraltar vergeblich verlangt, den inzwischen in Adrian Darya-1 umbenannten Tanker dauerhaft zu beschlagnahmen. Der Supertanker stach daraufhin am Sonntagabend in See.

Nach der Abfahrt vor Gibraltar steuerte er in Richtung der Hafenstadt Kalamata in Griechenland. Ein Vertreter des US-Aussenministeriums teilte mit, dass man der Regierung in Athen eine «deutliche Position» vermittelt habe, den Tanker nicht zu unterstützen.

Gibraltars Behörden hatten den Tanker, der damals noch unter dem Namen Grace 1 unterwegs war, am 4. Juli mit Unterstützung britischer Spezialeinheiten aufgebracht. Nach britischen Angaben sollte der Tanker iranisches Erdöl an Syrien liefern, was gegen EU-Sanktionen verstossen hätte. Am Donnerstag gab das oberste Gericht Gibraltars den Tanker frei. Der Regierung in Gibraltar zufolge hatte der Iran zugesichert, das Öl nicht nach Syrien zu liefern.

USA verlangten Beschlagnahme des Tankers

Die US-Regierung verlangte daraufhin am Freitag eine dauerhafte Beschlagnahmung des Tankers. Gibraltar wies die US-Forderung aber zurück. Die US-Sanktionen gegen den Iran seien in der EU nicht anwendbar, erklärten die Behörden.

Dass die Regierung in Gibraltar dem Drängen aus den USA nicht nachgab, wird als Zeichen gewertet, dass London nicht bereit ist, die US-Strategie des «maximalen Drucks» auf Teheran zu übernehmen. Und das, obwohl Grossbritannien im Falle eines möglichen chaotischen EU-Austritts am 31. Oktober auf den raschen Abschluss eines Freihandelsabkommens mit Washington hofft.

Diplomatischer Sieg für den Iran

Im Iran wurde die Freisetzung des Supertankers als grosser diplomatischer Sieg gefeiert. Nicht nur gegenüber London, sondern vor allem gegenüber dem Erzfeind USA und Präsident Donald Trump. Ohnehin vermutet Teheran, dass Washington hinter der Festsetzung steckte.

Neben dem diplomatischen gibt es jedoch auch einen militärischen Aspekt. Die iranischen Revolutionsgarden haben mit dem Stopp des britischen Tankers gezeigt, dass sie im Persischen Golf und in der Strasse von Hormuz das Sagen haben. Zudem konnten sie genau das umsetzen, womit Präsident Rohani schon mehrmals gedroht hatte: «Falls eines Tages die USA wirklich den iranischen Ölexport blockieren sollten, dann wird überhaupt kein Öl mehr am Persischen Golf exportiert.»

SDA

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