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US-Beamte: Ägypten und Emirate flogen Luftangriffe in Libyen

In Libyen bekämpfen sich Milizen gegenseitig, es herrscht politisches Chaos. Nun bestätigen die USA: Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate griffen mit Luftangriffen in den Konflikt ein.

USA warnen vor «Einmischung von aussen»: Ein brennendes Gebäude in Tripolis. (23. August 2014)
USA warnen vor «Einmischung von aussen»: Ein brennendes Gebäude in Tripolis. (23. August 2014)
Reuters
Wegen der Kämpfe müssen die Feuerwehrleute ihre Arbeit immer wieder unterbrechen: Das seit Tagen brennende Tankstofflager in der Nähe des Flughafens. (29. Juli 2014)
Wegen der Kämpfe müssen die Feuerwehrleute ihre Arbeit immer wieder unterbrechen: Das seit Tagen brennende Tankstofflager in der Nähe des Flughafens. (29. Juli 2014)
Hani Amara, Reuters
Misrata-Milizen benutzen bei Kämpfen einen Raketenwerfer. (26. Juli 2014)
Misrata-Milizen benutzen bei Kämpfen einen Raketenwerfer. (26. Juli 2014)
AP Photo, Keystone
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In Libyen bekämpfen sich Milizen gegenseitig, zudem herrscht dort politisches Chaos. Wie eine Sprecherin des US-Aussenministeriums nun bestätigt, griffen Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate mit Luftangriffen in den Konflikt ein.

Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate haben heimlich Luftangriffe gegen islamistische Milizen in Libyen geflogen. Das bestätigte die Sprecherin des US-Aussenministeriums in Washington, Jen Psaki. Sie verurteilte die Intervention als eine Eskalation der Unruhen in dem nordafrikanischen Land. US-Beamte erklärten, die USA seien im Vorfeld der Attacken nicht darüber informiert worden.

Einer der Beamten sagte, Ägypten, die Emirate und Saudiarabien hätten seit Monaten die Bemühungen eines abtrünnigen Generals gegen militante Gruppen in Libyen unterstützt. Die Saudiaraber hätten aber offenbar keine Rolle bei jüngsten Luftangriffen gespielt. Ein anderer Beamter sagte, Washington habe von Plänen Ägyptens und der Vereinigten Arabischen Emirate für eine mögliche Operation gewusst und sie gewarnt, das Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Attacken bestritten

Über die Rolle Ägyptens und der Vereinigten Arabischen Emirate bei den Luftangriffen in Libyen hatte als erstes die Zeitung «The New York Times» berichtet. Ägypten hat eine Verwicklung in die Attacken wiederholt bestritten. Vertreter der Emirate haben sich nicht dazu geäussert. Islamistische Milizen in Libyen hatten ähnliche Vorwürfe gegen die beiden Staaten erhoben, nachdem es seit dem 18. August Luftangriffe gegen Milizenstellungen in der Hauptstadt Tripolis gegeben hatte.

Libyen erlebt derzeit die schlimmste Gewalt seit dem Sturz des Diktators Muammar al-Gaddafi vor drei Jahren. Der internationale Flughafen von Tripolis ist grösstenteils zerstört. Diplomaten, ausländische Staatsbürger und Tausende Libyer sind aus dem Land geflohen.

Die Gewalt ist im Zusammenbruch des libyschen Staats mit dem Sturz Gaddafis verankert. Einflussreiche Milizen kamen an die Macht und die Zentralregierung erwies sich als unfähig, einen starken Polizeiapparat oder ein einheitliches Militär aufzubauen.

In den vergangenen Monaten sind islamistische Kämpfer in dem Land auf Widerstand gestossen. Nach Wahlen im Juni verloren sie ihre Macht im Parlament. Zudem sind sie mit einer Gegenoffensive des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar konfrontiert. Die USA unterstützen Haftar nicht. Doch einige regionale Verbündete Libyens, die den wachsenden Einfluss islamistischer Extremisten fürchten, haben dem General geholfen.

Ohne Autorisierung

Ein US-Beamter sagte, die jüngsten Luftangriffe seien ohne Autorisierung der libyschen Regierung erfolgt. In einer gemeinsamen Erklärung äusserten die USA, Grossbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien Bedenken und erklärten, eine Einmischung in Libyen von aussen, «verschärft aktuelle Spaltungen und unterhöhlt den demokratischen Übergang Libyens».

Der künftige UN-Gesandte für Libyen, Bernardino Leon, sprach sich gegen eine Intervention des Auslands in Libyen aus. Nur ein politischer Prozess mit allen im Parlament repräsentierten Libyern, der Regierung und anderen staatlichen Institutionen könne das derzeitige politische Durcheinander in dem Land beenden, sagte Leon am Dienstag in Kairo.

AP/wid

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