US-Kampfjets fliegen Angriffe auf IS-Ziele erstmals von Türkei aus

Als Zeichen der engeren Zusammenarbeit gegen den IS sind erstmals Kampfflugzeuge der USA von der Türkei aus gestartet. Sie griffen Ziele in Syrien an.

Lang erhobene Forderung Washintongs: Eine F-16 startet vom türkischen Stützpunkt Incirlik. (12. August 2015) <br />Foto: Krystal Ardrey/U.S. Air Force via AP

Lang erhobene Forderung Washintongs: Eine F-16 startet vom türkischen Stützpunkt Incirlik. (12. August 2015)
Foto: Krystal Ardrey/U.S. Air Force via AP

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Erstmals hat die US-Luftwaffe vom türkischen Stützpunkt Incirlik aus bemannte Kampfflugzeuge für Angriffe gegen die Islamisten-Miliz IS eingesetzt. Dies teilte das US-Militär am Mittwochabend mit. Die Einsätze vom Mittwoch galten dem IS in Syrien.

Bislang hatte die US-Armee aus der Türkei nur unbemannte Kampfdrohnen zu Einsätzen in Syrien losgeschickt. Bemannte Kampfjets starteten bislang hingegen von Flugzeugträgern oder anderen Stützpunkten in der Region.

Vergangenen Monat hatten die USA und die Türkei eine engere Zusammenarbeit zur Bekämpfung des IS im Irak und in Syrien vereinbart. Ankara ging dabei auf die seit langem erhobene Forderung Washingtons ein, US-Kampfflieger den Stützpunkt Incirlik nutzen zu lassen.

Viele IS-Befehlshaber getötet

Währenddessen sieht der abtretende Generalstabschef des US-Heeres Ray Odierno Erfolge im Einsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Odierno sagte am Mittwoch in Washington, viele der obersten Befehlshaber des IS seien getötet worden. Dies habe die Gruppierung geschwächt. Die Terrormiliz sei stark auf die Rekrutierung von Kämpfern über soziale Netzwerke angewiesen.

Nach Einschätzung des US-Verteidigungsministeriums habe der Islamische Staat zwischen 20'000 und 30'000 Kämpfern, so viele wie ungefähr vor einem Jahr. Die Terrormiliz habe keine Fortschritte gemacht, seit dem die Alliierten mit ihren Bombenangriffen gegen den IS im Irak und später in Syrien begonnen hätten.

Erfolgreich seien auch die kurdischen Kräfte gewesen, die die Terrormiliz aus eroberten Gebieten im Irak und Syrien verdrängt hätten. Odierno wird am Freitag von Mark Milley auf seinem Posten abgelöst. Odierno hat insgesamt mehr als vier Jahre im Irak gedient.

US-Soldaten «einbinden»

Nach Ansicht von Odierno sollten die USA überlegen, ob sie nicht US-Militärs in Einheiten der irakischen Sicherheitskräfte einbinden sollten, die den IS bekämpften, berichtete die US-Militärzeitung «Stars and Stripes» auf ihrer Webseite.

Das würde nicht notwendigerweise bedeuten, dass US-Soldaten direkt an Kampfhandlungen teilnähmen. Sie könnten jedoch als direkte Berater kämpfender irakischer Einheiten fungieren. Das könne den irakischen Sicherheitskräften mehr Dynamik bei der Bekämpfung der Terrormiliz verleihen.

Die USA führen seit einem Jahr eine Koalition aus westlichen und arabischen Staaten, die mit Luftangriffen den IS im Irak und in Syrien zurückdrängen will. Es befinden sich mittlerweile auch mehr als 2900 Soldaten zur Unterstützung der Koalition im Irak und anderen Region des Nahen Ostens. Die US-Soldaten sind als Berater im Einsatz, greifen aber nicht auf dem Schlachtfeld ein.

Odierno machte aber auch klar, dass die USA seiner Meinung nach die Probleme für die Region nicht lösen könnten. «Das muss von denen in der Region gemacht werden». Es sei dennoch wichtig, dass die USA bei der Ausbildung Unterstützung leisteten. (hae/sda)

Erstellt: 13.08.2015, 06:59 Uhr

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