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US-Soldat Bergdahl wegen Fahnenflucht angeklagt

Taliban-Verbündete hielten ihn fast fünf Jahre in Afghanistan gefangen. Im Mai wurde der US-Soldat Bergdahl gegen fünf Guantanamo-Häftlinge ausgetauscht – kaum zu Hause wird er der Fahnenflucht angeklagt.

Fünfjährige Gefangenschaft: Der US-Soldat, Bowe Bergdahl (l.), während seiner Geiselhaft in Afghanistan. (7. Dezember 2010)
Fünfjährige Gefangenschaft: Der US-Soldat, Bowe Bergdahl (l.), während seiner Geiselhaft in Afghanistan. (7. Dezember 2010)
AFP

Der nach einem umstrittenen Gefangenenaustausch in Afghanistan freigelassene US-Soldat Bowe Bergdahl ist der Fahnenflucht angeklagt worden. Bergdahl müsse sich ausserdem wegen «Fehlverhaltens vor dem Feind» verantworten, teilte die US-Armee mit.

Das US-Militärrecht stellt mit diesem Tatbestand das Wegrennen, das Niederlegen von Waffen und anderes «feiges Verhalten» in Gefechtssituationen unter Strafe. Dem 28-Jährigen droht bei einem Schuldspruch lebenslange Haft.

Bergdahl hatte sich im Juni 2009 von seinem Posten in der afghanischen Provinz Paktika entfernt und war in die Hände des mit den radikalislamischen Taliban verbündeten Hakkani-Netzwerks geraten. Die Rebellen hielten den Soldaten fast fünf Jahre lang fest, bevor er im Mai 2014 im Tausch gegen fünf Gefangene aus dem US-Lager Guantanamo freikam.

Leben von Soldaten aufs Spiel gesetzt

In den Vereinigten Staaten sorgte der Austausch für Kritik: Die oppositionellen Republikaner warfen US-Präsident Barack Obama vor, mit «Terroristen» verhandelt und einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen zu haben.

Eine erste Untersuchung kurz nach Bergdahls Verschwinden war bereits zu dem Schluss gekommen, dass der Soldat seinen Posten «gezielt und freiwillig» verlassen habe. Als Fahnenflucht wurde dies damals aber noch nicht eingestuft, weil Bergdahls Motive nicht endgültig zu klären waren.

Bergdahl soll sich aber kritisch über den Militäreinsatz in Afghanistan geäussert haben. Frühere Kameraden warfen ihm vor, er habe das Leben von US-Soldaten aufs Spiel gesetzt, die nach seinem Verschwinden eine Suchaktion gestartet hatten.

SDA/pst

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