Zwei-Tages-Woche, Föhnverbot – so spart Venezuela Strom

Kein Strom aus Wasserkraft wegen Dürre: Die Regierung in Venezuela greift zu radikalen Massnahmen, um der Energiekrise Herr zu werden.

In Venezuela muss beim Strom gespart werden: Ein Arbeiter in San Cristobal während eines der 4-stündigen Blackouts. (26. April 2016)

In Venezuela muss beim Strom gespart werden: Ein Arbeiter in San Cristobal während eines der 4-stündigen Blackouts. (26. April 2016) Bild: str/Keystone

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Die Regierung in Venezuela versucht der Energiekrise mit einer weiteren Radikalmassnahme Herr zu werden: Für mindestens zwei Wochen dürften Staatsbedienstete nur noch am Montag und Dienstag arbeiten, damit Strom gespart werde, gab Präsident Nicolás Maduro am Dienstag bekannt. Doch wird ihr Gehalt nach Behördenangaben trotz der Fehltage weiter voll ausgezahlt.

Seit März gibt die sozialistische Führung den fast drei Millionen Staatsbediensteten bereits an Freitagen frei. Ab Montag stellte sie zudem im ganzen Land für vier Stunden pro Tag den Strom ab, davon ausgenommen ist die Hauptstadt Caracas. Ausserdem kündigte Maduro zuletzt die Einführung einer neuen Zeitzone für sein Land an.

Hoher Stromverbrauch an den Freitagen

Zum jüngsten Massnahmenpaket gehört die Ausweitung der freien Tage auf Grundschullehrer. Allerdings müssen Angestellte in öffentlichen Krankenhäusern und staatlichen Supermärkten offenbar weiter zur Arbeit erscheinen.

Einige nutzten ihre neuen Freitage zuletzt, um sich für den Kauf von Lebensmitteln und anderen Gütern in die langen Schlangen vor den Geschäften zu stellen. Andere schauen laut Beobachtern zu Hause fern und benutzen Klimaanlagen, was Kritiker am Sinn der Massnahmen zweifeln lässt.

Die Energiekrise sieht die Regierung als Folge einer Dürre, die auf das Wetterphänomen El Niño zurückgehe. Zudem macht sie Sabotageakte ihrer Gegner verantwortlich. Experten führen indes einen Mangel an Investitionen in die Infrastruktur als Grund für die Krise an. Venezuela hat zudem schon seit Jahren mit Stromausfällen zu kämpfen. (sep/sda)

Erstellt: 27.04.2016, 10:42 Uhr

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