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Vietnamveteran an der Spitze der US-Geheimdienste

Es wird sicher kein leichter Job, den James Clapper als neuer Geheimdienstkoordinator der USA antreten soll. Der frühere Luftwaffengeneral soll die Arbeit von 16 Geheimdiensten koordinieren.

War überzeugt, dass Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besass: Der neue Geheimdienstchef der USA, James Clapper.
War überzeugt, dass Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besass: Der neue Geheimdienstchef der USA, James Clapper.

Die US-Geheimdienste sind ein ebenso gigantischer wie schwerfälliger Apparat mit insgesamt 200'000 Mitarbeitern. Immer wieder standen die Sicherheitsbehörden in der Kritik, so etwa nach dem versuchten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug an Weihnachten, als Präsident Barack Obama von «katastrophalen» Pannen und «Fehlern im System» sprach. Clapper wird einiges zu tun haben, um das ramponierte Image der US-Geheimdienste wieder aufzupolieren.

Anders als sein glückloser Vorgänger Dennis Blair, der zunehmend den Rückhalt des Weissen Hauses verloren und seinen Posten im Mai aufgegeben hatte, hat Clapper jede Menge Erfahrung mit den Geheimdiensten seines Landes. 32 Jahre diente er in der Luftwaffe, immer wieder war er dort mit wichtigen Geheimdienstaufgaben betreut, etwa in den 1980er Jahren in Korea oder während des ersten Golfkriegs. Seinen letzten militärischen Posten bekleidete er im militärischen Geheimdienst DIA. 1995 verliess er die Luftwaffe und arbeitete jahrelang als Berater für private Sicherheitsunternehmen.

Clapper koordiniert auch die Anti-Terror-Massnahmen der USA

2001 wurde er als erster Zivilist zum Chef der Nationalen Agentur für Geographische Aufklärung (NGA) ernannt. Dieser Nachrichtendienst wertet unter anderem von Satelliten und Flugzeugen gesammelte Daten aus - und gehörte unter Clappers Führung zu den Diensten, die die These stützten, der damalige irakische Machthaber Saddam Hussein besitze Massenvernichtungswaffen. Eine Behauptung, die immer wieder als Grund für die Irak-Invasion 2003 genannt wurde und sich später als falsch herausstellte.

Von 2007 an war Clapper im Pentagon als Staatssekretär für die Geheimdienste zuständig. Damit war er nicht nur einer der wichtigsten Berater von US-Verteidigungsminister Robert Gates, sondern auch die zentrale Verbindungsstelle zwischen dem Pentagon und seinen Vorgängern im Amt des Geheimdienstkoordinators. Nachgesagt wird Clapper, der während des Vietnamkriegs 73 Kampfmissionen flog, dass er sich bei der Geheimdienstarbeit nicht nur auf High-Tech-Methoden wie Satellitenaufnahmen verlässt, sondern mindestens ebenso grossen Wert auf Informanten legt.

In seiner neuen Funktion - der offizielle Titel ist der des Nationalen Geheimdienstdirektors (DNI) - wird Clapper nicht nur die Geheimdienste des Landes überwachen. Er koordiniert auch Anti-Terror-Massnahmen der US-Bundespolizei FBI und des nach 2001 geschaffenen Heimatschutzministeriums. Ihm direkt unterstellt ist das Nationale Zentrum für Terrorismusbekämpfung (NCTC), in dem alle Informationen über Terrordrohungen gesammelt und analysiert werden sollen. Geschaffen wurde der Posten des DNI nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001.

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